Einem technischen Problem und dem abwesenden Nachtportier ist es zu verdanken, dass ich gestern in den Genuss einer Übernachtung im eigenen Büro gekommen bin, etwas, das ich mir schon lange mal gewünscht habe…
Momoll, es war recht angenehm, auf einer Matratze gebettet, gleich hinter dem Schreibtisch zu liegen. Die Ohren schön gespitzt, falls ein fehlgeleiteter Gast doch noch an die "Notfall-Tür" klopfen möchte. Ich hoffte inständig, dass ich nicht geweckt würde von einem Gast, der eine Schüssel braucht für seine Cupnoodles. Oder von jemandem, der noch einen Adapter braucht. Oder ein Zahnbürstli.
Hier meine Nacht:
00.37: Ich schlafe ein.
01.34: Autotüren knallen, gleissendes Licht fällt durchs Bürofenster. Ich wache auf. Aufstehen, kurz aus dem Fenster gucken. Aha, alles ok. Es sind Nachbarn, die nach Hause gekommen sind.
01.36: Ich schlafe wieder ein.
02.27: Flutlicht ins Büro, ich wache auf. Die Lieferantentür wird aufgemacht. Schreck. Dann: Aha, alles ok. Es ist der Gemüselieferant, der Rüebli und Tomaten nicht gerade sanft in den Frigo stellt.
02.29: Ich schlafe wieder ein.
03.37: Flutlicht ins Büro (Mann, dieser Bewegungsmelder!), ich wache auf. Die Lieferantentür wird aufgemacht. Schreck. Dann: Aha, alles ok. Es ist der Milchlieferant, der sich lautstark über den Gemüselieferanten ärgert, der wohl irgendwie seine Kisten in den Weg gestellt hatte.
03.40: Ich schlafe wieder ein.
04.52: Kein Lärm, kein Licht, keine Tür. Ich wache trotzdem auf. In meinem Kopf die Frage, wann wohl das Brot geliefert wird….
04.51: Ich schlafe wieder ein.
05.15: Ich wache auf. Einer unserer Stammgäste hustet vor der Bürotür. Mann, wenn der jetzt nur nicht noch klopft!
05.16: Alles ruhig, ich schlafe wieder ein..
05.57: Es reicht! Ich stehe auf.
Duschen, anziehen, Kaffee trinken, Matratze verstecken, Rezeption öffnen, fröhlich aus der Wäsche gucken.
I love my job! An manchen Tagen ein bisschen weniger.