Ein Nachtrag zum heutigen Tag...
Irgendwie hat der ja super gut angefangen. Gemütlich frühstücken, ein bisschen putzen und aufräumen, Kleider waschen.
So weit so gut.
Und dann mit dem Velo zum Bahnhof düsen. Um 7.00 in den Zug einsteigen, der um 10nach los fährt. Und ab da lief's irgendwie schief... Jedenfalls was die Zeit auf dem Velo und im Zug betrifft. Nachdem ich ja in Luzern schon blöd angefeilt wurde, dass ich halt früher aufstehen müsse (also, äben nicht direkt angefeilt, sondern nur so hinter halb vorgehaltener Hand, mit viel Schadenfreude in der Stimme), wenn man mit dem Velo um 7.00 in den Zug einsteigen wolle..., bin ich dann in Zürich durch so ziemlich jede Glungge gefahren. Von oben und unten nass - nice... Wie gut, dass ich heute eine schwarze Hose trage. So sieht man den ganzen Strassendreck wenigstens nicht. Immerhin hab ich mich auf der Suche nach dem Glück... also nach dem perfekten Arbeitsweg... nicht verfahren.
Der Tag im Hotel war dann ganz okee. Zwar nicht wirklich so wie geplant, aber alles tiptop.
DANN...!!! Madremia! Die schlimmste Fahrt ever zurück an den Bahnhof! Keine Ahnung, was da los ist in diesem Zürich. Aber irgendwie sind einfach alle hässig - oder liegt das am Regen? Oder gar an mir...?! Durchaus auch möglich, I must admit - shit!
Eine Zusammenfassung der Highlights dieser 12-Minuten-Fahrt durch den Regen.
Ein Auto nimmt mir den Vortritt. Ich bremse, so gut ich kann. Nichts passiert. Gut. Nur geflucht. Ziemlich laut sogar.
Dann: Vor dem Fussgängerstreifen wechselt die Ampel auf rot für mich. Ich will bremsen. Was ist denn mit diesen Bremsen los? Bei Regen funktionieren die offensichtlich grad ganz und gar nicht mehr. Fast donnere ich in die Menschenmenge auf dem Fussgängerstreifen. Die Bemerkung eines älteren Mannes in breitestem Züridütsch "muesch halt Schiibebrämse chaufe" stimmt mich auch nicht wirklich fröhlicher... Okeee, meine Bremsen sind echt nicht mehr das Wahre! Nächsten Mittwoch ist mein Velo dann endlich im Service - finally.
So, also, nachdem die Zürcher Menschenmasse die Strasse überquert hat, kann ich endlich wieder Gas geben. Und was passiert da? Natürlich wollen alle die Leute, die da am Strassenrand stehen, versteckt unter ihren Regenschirmen und auf die andere Strassenseite wolllen, nicht auch noch den Kopf drehen, wenn sie die Strasse überqueren. Lieber werden sie offensichtlich überfahren. Wahrscheinlich denken sie, dass sie das Tram dann schon hören würden. Aber äbe, ein Velo hört man nicht... nur wenn's klingelt. So wie ich das mache - Dauerklingeln sozusagen. Beim ersten Mann funktioniert's. Er bleibt stehen. Die Frau kurz darauf tscheggt's auch. Ihre Freundin nebendran leider nicht... die hüpft so dumm auf der Strasse herum, dass ich nur um ein Haar nicht in der Tramschiene lande. Ein lautes Fluchen und böse Namen verschaffen mir nur kurz ein bisschen Erleichterung, danach macht es mich eher hässig, dass ich überhaupt so rumschreie in diesem Zürich, mitten auf der Strasse. Hoffentlich kennt mich niemand. Wie blöd, wenn da jetzt grad eine unserer Verwaltungsrätinnen am Strassenrand stehen würde... Aber ich glaube, das ist nicht der Fall. Oder?
Wie froh bin ich, dass ich beim Queren der Bahnhofstrasse niemanden ummähe und ich andererseits auch nicht unter's Tram komme. Und welche Erleichterung als ich dann endlich am Bahnhof bin.
Aber wirklich besser geht es mir erst jetzt, wo ich im Zug sitze. Die Musik (Danke Aventura!!!) in meinen Ohren ist so laut, dass die Leute um mich herum es bestimmt auch hören (was ich in der umgekehrten Situation ausnahmslos als sehr störend empfinde) und mit einem Salami-Sandwich im Bauch. Und wisst ihr, was ich auch noch grad mache? Ich habe meine Tasche auf den Sitz neben mir gestellt. So, dass sich niemand hinsetzen kann. Und das im vollbesetzten Zug am Feierabend. Heute bin ich einfach kein Menschenfreund!