Samstag, 4. März 2017

Kaffeetrinken für Anfänger

An manchen Tagen trage ich zum Arbeiten ein weisses Oberteil. Und an manchen Tagen habe ich am Morgen Lust, im Zug noch einen Kaffee zu trinken. Das ist zwar ganz selten der Fall (also, das mit dem KAffeeund ich muss besonders gut gelaunt sein, um dieses Unterfangen anzugehen. Denn, da muss ich mich ja erst mal in eine Schlange von ebenfalls-Kaffee-Trinkern stellen und geduldig (hier ist der Stolperstein...) warten, bis ich an der Reihe bin. Nun, jedenfalls war neulich so ein Tag. Ich war früh am Bahnhof und es gelüstete mich nach einem energiespendenden Getränk. Das war ein Tag, an dem es mich am Morgen auch nach einem weissen Oberteil gelüstete.
Soweit so gut.
So. Da dass ich also im Zug und freute mich auf den duftenden Kaffee.

Erster Schluck: Alles gut.

Zweiter Schluck: Auch noch alles gut.

Dritter Schluck: Ich überlege mir, ob diese komischen Deckel mit dem kleinen Löchli drin, die da immer auf den Take-Away-Bechern sind, eigentlich tropfsicher sind. Und dass es blöd wäre, wenn nicht.

Vierter Schluck: Die komischen Deckel mit dem kleinen Löchli sind NICHT tropfsicher. Ungläubig schaue ich auf mein weisses Oberteil. Es breitet sich ein fantastischer Kaffeefleck aus. Wunderbar! Wie soll ich denn damit jetzt zur Arbeit?
Nun. Schlau wie ich nun mal bin, mache ich mich sofort auf den Weg zum Zug-WC. Mit etwas Papier und viel viel Wasser krieg ich den Fleck einigermassen weg. Und man sieht auch nicht allzu sehr, dass das Oberteil nass ist. Tiptop. Zufrieden setze ich mich zurück an meinen Platz und geniesse meinen Kaffee weiter.

Fünfter Schluck: Alles gut.

Sechster Schluck: Kann denn das sein? Noch mal ein Fleck! Nein, eine ganze Fleckenspur auf meinem eigentlich weissen Oberteil. Das kann ja jetzt echt nicht sein? Ich meine, was ist denn mit diesem Deckel da los? Warum tropft mir der meine ganze Garderobe voll? Bin ich zu doof zum Trinken oder was? (Bitte keine Kommentare an dieser Stelle!)

Damen und Herren: Ab Zug habe ich die Fahrt nach Zürich im Klo verbracht! Das Oberteil unter dem Wasserhahn, ribbelnd und rubbelnd und hoffend, dass die Kaffeespuren einigermassen weggehen. Und dann das Oberteil unter dem Föhn, hoffend, dass ich auf der Arbeit nicht aussehe wie soeben aus einem Wet-t-shirt-contest kommend!
Zum guten Glück hatte ich einen Schal dabei, der mein Malheur zum grössten Teil verdecken konnte!

Die Quintessenz dieser Episode? Kaffee im Zug sollte man besser nur oben ohne geniessen (also oben ohne Deckel!)