Oh, wie schön waren die Zeiten, als ich noch frisch von der Leber weg meinem Ärger Luft machen konnte. Ich setzte mich einfach hin und schrieb einen Blogbeitrag. No matter what comes! Denn die wenigsten der Menschen, die mich ärgerten, lasen meinen Blog.
Ok, das ist auch heute wohl noch so. Ich glaube nicht, dass U. aus irgendwo weiss, dass es diesen Blog hier gibt. Und wenn: So what!
Ich glaube nicht, dass meine Protagonisten hier erkannt werden. Und dank einer gewissen Lebenserfahrung bin ich der Selbstreflexion fähig.
Was hingegen anders ist: Ich bin Unternehmerin. Ich führe mein eigenes Herzensbusiness und ausgerechnet in der Disziplin, die ich so sehr liebe: SCHREIBEN. Na, wenn das kein Zufall ist... ABER das ist nicht Inhalt meines heutigen Beitrages. Vielmehr möchte ich mit euch, ihr lieben Mitlesenden, meine Bedenken teilen, ob ich denn ein professionelles Schreibbusiness führen kann und gleichzeitig meinen Unmut derart öffentlich und schriftlich äussern kann.
Und weisch was?! LOGO kann ich! Es ist eigentlich sogar richtig gut! Denn: Ich verarbeite schreibend meinen Ärger, meine Wut! Ist doch irgendwie besser als irgendwas kaputt zu schlagen. Gell?!
So verstehe, wohlgeneigte LeserInnenschaft: Ich nehme meine eigene Medizin. Ich schreibe, um meine Gefühle zu verarbeiten. Ich schreiBe sie laut heraus!
So denn, leset und lauschet, welch bomfortionöser Mist mich heute per E-Mail heimsuchte...
Das ging so:
Mein kleines Herzens-Unternehmen ist noch ein Baby, es braucht noch viel Pflege und es bringt viel Freude in mein Leben. Eigenes Geld verdient es noch nicht so viel, dass ich ausschliesslich davon leben könnte. NOCH nicht Leute!
Also mache ich noch einen anderen Job, der mir ein angenehmes Leben ermöglicht. Und ab und an eine Scheibe guten Lachs auf dem Teller.
Und vergesst mir nicht die guten Seeberger Nüsse. Ohne die geht ja mal gar nix!
Also, so weit so klar!
Nach einer Woche Ferien hab ich heute wieder gearbeitet. Mein Postfach war gut gefüllt. Grad so gäbig zum Starten. Auch mein "Lieblingskunde" (Achtung, das ist äusserst ironisch, denn er geht mir seit einem halben Jahr tierisch auf den Wecker) lag in meinem Postfach; also, eine Nachricht von ihm. Eigentlich eine ganz gut verständliche und ich war echt froh, dass ich genau verstand, was ich zu tun hatte. In der Vergangenheit war das nämlich nicht immer der Fall. Und hier kommt die Portion Selbstreflexion ins Spiel: In dieser Kundenbeziehung glänze ich mal ganz und gar nicht (leider nicht ironisch!) Irgendwie sind wir uns einfach nicht sympathisch und die Veranstaltung, die dieser Kunde bei uns bucht, finde ich so was von ätzend. Obwohl es gar keinen Grund gibt. Irgendwie läuft hier für mich einfach nichts am Schnürchen. Gut gibt´s meinen Superkollegen M., der in seiner gemächlichen Art alles ins Lot stellt und den Überblick behält. Sehe ich U. im Posteingang, würde ich am liebsten wegrennen. Es nervt mich einfach alles rund um ihn.
So, fertig Reflexion. Hier kommt wieder der Ärger:
Achtung; Auftritt Ärger, er schiebt sich langsam vom Bühnenrand in die Mitte. Ruhe am Set und
ÄÄÄÄÄCCCTION!
Also, wie gesagt: die E-Mail ist gut verständlich. Ich informiere meine Kollegen, was zu tun ist.
Ich informiere auch noch eine weitere Person, die bei dieser Veranstaltung massgeblich beteiligt ist, jedoch nicht im E-Mail-Verteiler von U. war. Um sicher zu gehen, dass die wichtigen Infos auch dort ankommen, schreibe ich eine kurze Mail mit der Frage, ob sie die angepasste Anzahl auch erhalten habe. Sie meldet zurück: Alles gut, es bleibt dabei, hab noch grad mit U. telefoniert. Ich: Super, dann ist ja alles klar.
15 Minuten später eine neue Nachricht von U. in mein Postfach. Er liess mich auf professionelle Art wissen, dass ich ein bitzli dumm bin. Er hätte doch schon so viel Zeit darauf verwendet, mir zu erklären, wie das Event denn ablaufe. Nun solle ich nicht Verwirrung bei den anderen Beteiligten stiften.
Aha.
Ok, hat ein bitzli recht, hab echt lange nicht getscheggt, wie dieser Tag aussehen soll. Und ich meinte es ja nur gut... Aber äbe: Gut gemeint ist die kleine Schwester von Scheisse. Jänu. Jetzt, wo ich das hier so schreibe, ist es schon gar nicht mehr so schlimm. Und meine Antwort an Herrn U. fand ich auch ganz gut. Ich bedankte mich nett für die E-Mail und dass ich seine Infos so mitnehme. PUNKT. AUS.
Der Ärger kann verpuffen.
Abgang links. Von rechts tritt die diebische Freude auf. SPOT und Fanfarenklang!
Die Freude schlägt ein Rad, boxt mit der Luft, bis sie mit einem Kickbox-Sprung mitten auf der Bühne steht. Spotlight verfolgt sie. Bleibt in der Mitte stehen. Hände in die Hüfte gestemmt. Blick ins Publikum. Sie streift das diebische ab. Auf der Bühne steht die reine goldene Freude. Sanftes Lächeln. Ruhe.
Der Vorhang fällt.