Vor einiger Zeit bin ich in dieser Stadt mal einem sehr sympathischen Philosophen begegnet. Und - JUHEE - ich war ihm auch sympathisch. Das hatte zur Folge, dass ich kurz darauf sein Facebook-Freund war (jaja, es lebe das 21. Jahrhundert) und noch ein bisschen später war ich sogar zu einem Glas Wein eingeladen. Nett, super!
In strömendem Regen bin ich zu ihm spaziert, habe unterwegs noch ein paar Blumen gepflückt - heja, man kommt ja nicht mit leeren Händen. Endlich angekommen, durfte ich erst mal meine Schuhe zum Trocknen hinstellen und ich bekam ein paar frische Socken - Grösse 57, oder so... Hauptsache trocken und warm.
Bei einem Glas Wein, eigentlich eher zwei oder drei Gläsern, haben wir uns dann ganz nett unterhalten. Das heisst, vor allem er... Ich habe mich nämlich je länger je mehr gefragt, ob er mich jetzt eingeladen hatte, weil alle seine Freunde seine Lebensgeschichte (die im Moment tatsächlich taff ist) in- und auswendig kennen. Jedenfalls war das an diesem Abend sein Lieblingsthema und ich konnte wieder mal meine Zuhör-Qualitäten unter Beweis bestellen. Momoll, das kann ich schon auch...
Als ich dann endlich soweit war, ihn mal zu fragen, warum er mich denn überhaupt eingeladen hatte, begann eines seiner zwei Kinder zu weinen (hab ich erwähnt, er ist frisch getrennt und seine Kinder waren in der Wohnung - eben, tatsächlich etwas komplizierte Situation). Nun ja, da weinte also dieses Kind. Aber wirklich im dümmsten Moment. Und es hörte einfach nicht mehr auf. Heja, ist halt auch für die Kinder schwierig. Wirklich, ich mach mich da gar nicht lustig drüber. Nur leider hat das Geweine dieser Kinder dazu geführt, dass sich der ehemals sehr sympathische Herr gezwungen sah, mich vor die Tür zu stellen. Ich konnte noch knapp in meine Schuhe schlüpfen, meinen Schirm packen und schon war die Tür zu - für immer! Ich glaube, das ist ganz gut so. Oder?