Dienstag, 27. September 2016

Meditieren in Zürich

So, ich bin ja jetzt öfters in Zürich anzutreffen, berufsbedingt, sozusagen. So kam es, dass ich letzten Freitag nach der Arbeit noch eine Stadtführung mitmachte - heja, muss ja schon ein bisschen was wissen, wo was ist und so. Danach traf ich mich mit einem Freund. Er musste noch ein bisschen länger arbeiten. Mir blieben fünfundzwanzig Minuten. Was mir wiederum die prima Gelegenheit gab, ein wunderschönes Café zu entdecken. Da wurde auch Wein serviert. Rosé, genauer gesagt. Seit einigen Monaten mag ich Rosé (seit meinem 18. Geburtstag hab ich fast keinen mehr getrunken. Man kann sich denken, warum. Aber das ist eine andere Geschichte...) Äbe, da gab es Rosé. Und weil ich diesen Rosé so schön fand, hab ich mir mal grad zwei Gläsli hinter die Binde gekippt. Optimale Zeit-Ausnützung würde ich sagen. Es war auch schon eine Art Vorbereitung auf mein Treffen mit M. Wir wollten nämlich zur Open-Air-Meditation in so einem Pärkli gehen. Ein bisschen ruhig gestellt mit ein bisschen Alkohol würde es ja dann wohl fast von selbst meditieren, dachte ich mir.
Nun... ganz ehrlich:
Damen und Herren:
So falsch lag ich nicht!
Ha!
Der Oberguru, der uns Meditationswilligen da erklärte, wie wir uns entspannen sollten, war eigentlich echt ganz gut. Auch wenn mich sein indisch-englischer Akzent schon ziemlich stark abgelenkt hatte... Naja, jedenfalls gelang es mir dann aber wirklich, so stark runterzufahren, dass ich irgendwie schon ein bisschen weg war. Seine Stimme hörte ich nur noch von weit weg und die Mücken, die mich überallhin stechen wollten, lenkten mich auch nicht so stark ab, dass ich frühzeitig aufgetaucht wäre. In Tat und Wahrheit bin ich glaub echt eingeschlafen und ich bin M. sehr dankbar, dass er nicht einfach abgehauen ist!
So alleine in einem Zürcher Park aufzuwachen, stelle ich mir nicht so rosig vor. Und alleine von der Langstrasse zum Bahnhof zu spazieren - nachts notabene - ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Aber es ist machbar.
Und zwar ohne Probleme.
Ja, Zürich!
Ich glaube, wir könnten Freunde werden!