Vor einigen Monaten habe ich in einem Heftli mal davon gelesen, wie schön es sein soll, am Morgen extra früher aufzustehen, um Zeit für sich zu haben. Ich hatte die Ahnung, dass da etwas Schönes drin verborgen sein könnte. Aber schlafen ist halt auch etwas Schönes. Darum haben diese Morgen-Erfahrungen etwas auf sich warten lassen.
Aber jetzt sind sie da! Immer mal wieder erwache ich vor dem Wecker und freue mich auf die Zeit für mich. Ich geniesse es, Zeit mit mir zu verbringen. In Ruhe einen Kaffee trinken, vielleicht sogar noch etwas lesen, in Ruhe duschen, in Ruhe Haare föhnen, mich anziehen und in Ruhe zur Arbeit reisen.
Heute hab ich die bis jetzt längste "Morgen-Erfahrung" gemacht. Ich bin schon um halb sechs erwacht. Und ich hatte kein Bedürfnis, noch weiter zu schlafen. Den ersten Kaffee schon so früh zu geniessen, ist wunderbar. Dazu ein gutes Buch lesen (ich habe Rafik Schami wieder entdeckt). Und dann die Energie spüren, die in mir erwacht.
Es ist wundervoll.
So hab ich jetzt um halb acht bereits mein Altpapier gebündelt und zur Sammlung an die Strasse gebracht, ich habe meine Wohnung aufgeräumt, ich habe meine Deko an der Wand aufgefrischt, einige Löcher mit Moltofill repariert, meine Kartensammlung sortiert, eine Karte für meinen Bruder geschrieben, ausgiebig gefrühstückt, eine Schublade aufgeräumt, das Geschirr vom gestrigen Znacht abgewaschen (jaaa, dazu bin ich am Abend oft zu faul).
Es sind alles kleine Alltags-Dinge. Und es tut mir so gut, wenn ich sie erledige. Aufräumen ist gesund - ich mag es sehr. Was (leider?) nicht heisst, dass ich immer in einer aufgeräumten Wohnung lebe. Das ist eigentlich ganz ok - so kann ich mich immer wieder freuen, wenn ich voller Freude aufräume und dabei auch in mir drin Ordnung schaffe.
Heute bin ich aufgeräumt - I like it!