Ich liebe selbstbestimmte, unverplante Tage! Heute ist so einer! Seit Wochen freue ich mich auf diesen ersten Tag meiner Ferien! Ich verbringe einen Teil meiner Ferien (und eben auch den allerersten Ferientag) am Zürichsee im Haus einer ehemaligen Arbeitskollegin. Sie ist mit ihrem Mann auf Reisen und ich darf ihr Haus bewohnen - es ist ein wunderschönes Geschenk!
Es fühlt sich an, als hätte ich mir diesen Tag - also, die ganzen Ferien - hart verdienen müssen. Eine meiner Mitarbeiterinnen ist (wieder mal...) krank. Und wer springt ein, wenn sonst niemand kann...? Logo, La chefa höchstpersönlich. So kam's, dass ich die letzten acht Tage durchgearbeitet habe (okeee, zwei Tage davon war ich in der Schule, das ist ja nicht wirklich arbeiten...tsss) bevor ich mich dann gestern endlich in die Ferien verabschieden konnte; mit Husten und Ohrenschmerzen notabene. Aber hey! Ferien! Da werd ich doch jetzt nicht krank, das wäre ja voll doof...
Auf's Ausschlafen habe ich mich gefreut, mindestens bis neun Uhr wollte ich im Bett liegen bleiben.
Tja, ihr ahnt es - es kam anders... Vor lauter Husten konnte ich schlecht einschlafen. Dann hab ich aber durchgeschlafen bis sage und schreibe halb fünf, yeah! Nach einer ausgiebigen Husten-Aktion und einem Kopfweh-Wegdenk-Training (kann ich noch nicht so gut) bin ich noch mal eingeschlafen. Um halb acht war dann aus die Maus - nix mit wohlverdientem Schlaf. Ein hartnäckiger Husten und ebensolche Kopfschmerzen haben mich regelrecht aus dem Bett getrieben.
Mensch! So hab ich mir das nicht vorgestellt! Voller Energie wollte ich doch aufstehen, Kaffee geniessen, auf der Terrasse sitzen und den Schiffen zugucken. Und mich dann meiner Weiterbildung widmen. Nicht halb-lebendig in der Küche stehen mit einem Kopf, der sich anfühlt, als hätte ich einen Liter des schlechtesten Rotweins aller Zeiten getrunken (was ich echt nicht gemacht habe - nicht mal guten Rotwein, kein Alkohol nada de nada).
Nun, um es kurz zu machen: Es geht mir gut! Ein mit Liebe und Freude gekochter Kaffee aus meinem heiss geliebten Mokka-Kännli wirkt Wunder! Der Spaziergang über meine "Ländereien" ist erfrischend und meine ersten Versuche als Pianistin sind inspirierend und wohlklingend. Beim Lüften des Arbeitszimmers ist mein Blick wunderbarerweise auf ein Büchlein gefallen mit dem Titel "Die schönsten Cafés der Schweiz" - wie wundervoll. Und auch wenn ich diese Cafés jetzt nicht sooo wunderschön finde, so ist es doch ein wunderbarer Start in diesen Tag.
Ja und nun sitze ich am wunderschönen Holztisch in der Küche, mein Blick schweift ab und zu in Nachbars Garten, wo der Rasenmäher immer wieder auf Hindernisse stösst und lustige Geräusche macht. Und wenn ich nach rechts schaue, sehe ich den Zürichsee, einen wolkenverhangenen Himmel, Ruderboote auf dem See und einen sich herbstlich verfärbenden Baum vor dem Fenster.
Es ist zauberhaft und ich bin dankbar.
Mein Leben ist gut!