Friends! Endlich passiert hier mal wieder was! Besser gesagt: PassiertE hier mal wieder was. In der Zwischenzeit ist es schon wieder ruhig im Land des fortwährend verlängerten Lockdowns. Diese kleine Geschichte ereignete sich nämlich schon vor 11 Tagen. Und sie schafft es erst jetzt hier rein. Verrückt oder? Ich gestehe: Der Lockdown wirkt sich auf mein Hirn aus. Auf meine Psyche. Auf meine Motivation. Ich werde sogar zu träge zum Schreiben. Dabei ist doch schreiben so gut! Und das Ereignis, von dem ich euch gleich berichten werde, war ein willkommener Ausbruch aus dem Alltag. Es hat Abenteuer-Charakter und ein Lösungs-Findungs-Potenzial.
Also, das ging so:
Es ist Samstag Vormittag. Also, kurz vor Mittag. Mein Lieblingsmann T. und ich kaufen ein. Unser Wägeli ist gut gefüllt mit allerlei Leckereien für unser Mittagessen und was man halt sonst noch so braucht. Der Glacétruhe widerstehen wir, umschiffen sie gekonnt und manövrieren unser Wägeli zur Kasse. T. legt das erste Lebensmittel aufs Band. Dann flackert das Licht im Laden. Kurz nur. Wie ein kleiner Stromausfall. So ein sekündiger, kennt man ja. Dann legt T. das zweite Lebensmittel aufs Band. Dann geht das Licht im Laden aus. Grosse Augen allenthalben.
Hmm.
Eine hilflose Kassiererin ohne Kassensystem. Die Eingangstüren bleiben offen stehen.
Hmm.
Wir warten. Erst mal 5 Minuten. Noch immer grosse Augen. Ratlose Mitarbeiterinnen. Dann schnappen wir einen Gesprächsfetzen auf. Wir hören: Stromausfall im ganzen Dorf und auch in den umliegenden Dörfern.
Oh.
Das könnte noch ein Weilchen dauern. Was tun? Geduldig warten und hoffen, dass es doch schneller geht? Aber ein Stromausfall, der mehrere Dörfer betrifft, wird eher nicht in zehn Minuten behoben, oder? Die Menge kommt in Bewegung. Wer noch nicht an der Kasse steht, geht einfach wieder. Wir entscheiden uns für die Variante smart. Was in die Kühlung gehört, geht zurück in dei Kühlung (die ja zwar auch keinen Strom hat, aber wohl schon noch ein Weilchen vorhält). Den Rest lassen wir im Wägeli, lassen es von einer Verkäuferin mit unserem Namen anschreiben und parken es am angegebenen Platz. Die endlich aus der Starre erwachte Verkäuferin lässt uns wissen, dass wir einfach wieder kommen sollen, wenn es wieder Strom gäbe.
Guter Plan.
Also ab nach Hause.
In die Tiefgarage kommen wir nicht, geht ja mit Strom auf. Und ohne Strom eben nicht. Zum Glück hat es um unser Haus herum viele Parkplätze. Auf dem Weg zur Haustür frohlocke ich noch, dass wir halt was aus unserem Tiefkühler kochen, statt der Lebensmittel, die nun gut sortiert in unserem Einkaufwägeli im Laden stehen. Drei Schritte später merke ich: Oh, ohne Strom können wir ja auch gar nicht kochen.
Mann!
Ich habe Hunger. HUNGER! Und wenn ich Hunger habe, werde ich unleidig. Nur ein Knäckebrot mit Hüttenkäse reicht mir da nicht.
Und nun kommt das Lösungs-Findungs-Potenzial und der Abenteuer-Charakter ins Spiel. Ich hole aus dem Keller (in den ich zwei mal runter gehe, weil ich beim ersten Mal nicht an eine Taschenlampe denke und es da unten stockdunkel ist) meinen Gaskocher. Oh wie cool! Endlich läuft was nicht wie gewohnt. Ich mag's, wenn nicht alles wie am Schnürli läuft. Zumindest ab und zu. Und heute ist so ein Tag. Ich geniesse es, eine leckere Suppe auf dem Gaskocher zu kochen. Bislang diente der Kocher ja hauptsächlich für Kaffee und Ravioli. Es macht mich richtig glücklich. Wahrscheinlich, weil mein Hirn mal wieder was anderes zu tun hat und kreativ sein darf. Es ist fantastisch!
Die Suppe auch!
Nach knapp zwei Stunden ist der Strom zurück. Auch ganz ok. Wir holen unser Wägeli, bezahlen und geniessen den Rest des Wochenendes unter Strom.