Ich wohne auf dem Land. Auf dem "Very Land", wie ich gestern gehaltvoll festgestellt habe.
Das ging so: Das wundervolle Frühlingswetter hat mich animiert, die frisch gewaschene Wäsche auf der Terrasse trocknen zu lassen, das Fenster im Schlafzimmer anzukippen und mich dann auf eine kleine Velotour zu begeben. Zusammen mit meinem Lieblingsmann.
So weit so gut.
Die Tour war wunderbar! Die Region hier ist schön und ich mag es, immer wieder neue Dinge, Orte, Wege zu entdecken.
Nach gut zwei Stunden munter in die Pedale treten und die Umgebung erkunden, bogen wir gegen halb sechs am Abend in unsere Strasse ein.
Es war grauenhaft!
So einen Duft hatte ich schon lange nicht mehr in der Nase! Offensichtlich hat das schöne Frühlingswetter, das mich zu Wäsche auf der Terrasse trocknen und Fenster offen lassen animiert hatte, auch den Bauern mit dem Feld hinter unserem Haus dazu animiert, seine Gülle auszufahren. Madremia! Was der wohl für Tiere hat? Ich glaube, es war eine Mischung aus Kuh, Schwein und Huhn und noch was Ausserirdisches. Jedenfalls ein beissender Gestank, der da über unserem Quartier waberte. Die fünf Minuten, die wir brauchten von Einbiegen in die Strasse bis Haustür aufschliessen, reichten, um das Gefühl zu haben, ich stänke, als wäre ich selber in die Gülle-Grube gefallen.
Und unsere Wohnung roch dann auch nicht besser... Das geöffnete Fenster und die auf Hochtouren laufende Lüftung haben dazu beigetragen, dass unsere komplette Wohnung roch, als wäre der Bauer auch hier durchgefahren. Von der Wäsche auf der Terrasse sag ich jetzt mal nix...
Ach ja, das schöne Landleben...