Montag, 25. April 2022

Perspektiven

Eineinhalb Monate später sieht mein Leben anders aus.
Die erhellenden Glücksmomente und Zukunftsfreuden sind vergessen.
Ich bin müde. Müde.

Mein Schiff, das ich noch vor einem Monat durch Sümpfe und Untiefen steuern mochte, sinkt langsam. Oder kreuzt planlos auf hoher See. Ich weiss es nicht. Ist es Zeit für einen Kurswechsel? Brauche ich ein neues Schiff? Andere Gewässer? Eine andere Crew?
Ich brauche vor allem Zeit für mich. Mein Kopf braucht eine Pause. Ruhe.
Wie gelingt es mir, mich in dieser Sturmzeit zu orientieren? In welche Richtung zieht es mich? Und bin ich überhaupt auf dem richtigen Schiff? Vielleicht wäre ein kleines Ruderboot ja auch ganz schön?
Was will das Leben mir sagen? Warum gerate ich dreimal hintereinander an einen Arbeitgeber, der kommunikativ und führungstechnisch einfach nur ein Tiefflieger ist? Liegt das an Deutschland? An mir?
Will das Leben mir überhaupt etwas sagen oder ist das halt einfach so?
Das will ich nicht glauben. Was ist meine Aufgabe? Wie bleibe ich gesund? Wie grenze ich mich ab. Mannmannmann, schon nur, dass ich mir diese Gedanken mache, betrübt mich. Ich will freudvoll arbeiten. Und freudvoll Freizeit geniessen. Jetzt arbeite ich mit dem Damoklesschwert über mir und in meiner Freizeit ziehe ich mich zurück, will keinen Kontakt und möchte am liebsten einfach verstummen. Und heulen.
So will ich nicht weiter machen. Ich brauche Klärung und Perspektiven.