Wir haben ein neues Zelt. Ein wunderschönes. Grün. Jaa, ich habe geholfen beim Auswählen... Es ist ganz leicht. Und vorallem ganz leicht zum Aufstellen. Boden hinlegen, Zelt drauflegen, Stangen zusammenstecken. Durch die Ösen an den Ecken stecken, Zeltklammern einhängen. Hülle drüber, einklicken, abspannen. Fertig.
Ein famoses Zwei-Personen-Zelt. Mein Lieblings-T. hat es sich zum Geburtstag geschenkt. Die Idee dazu: Wandern und wild campen. Oder auch mal mit dem Velo unterwegs sein und zelten. Oder ganz traditionell auf dem Camping. Alles möglich mit diesem super Zelt! Es ist letzte Woche angekommen. Und am Samstag war der grosse Tag des Test-Schlafens. Der Einfachheit halber haben wir das grad auf der kleinen Wiese hinter unserem Haus gemacht. Praktisch, so ein Haus mit Umschwung und Nachbarn, die es nicht stört, dass wir vor ihrem Schlafzimmer campen. Gut, wir sagen ja auch nix, wenn die ihren Camper tagelang auf dem Besucherparkplatz stehen lassen. Leben und leben lassen scheint mir hier eine Devise zu sein. Ist ja auch was gutes.
Also, es ist Samstag Abend. Wir stellen das Zelt auf. Machen alles ready mit Schlafsack und Mätteli. Dann geniessen wir den Abend in unserer Wohnung. Und statt ins Bett gehen wir halt einfach in den Garten und legen uns ins Zelt. Ich komme mir vor wie ein Kind, das sich nachts aus der Wohnung schleicht, um etwas zu erleben. Schon im Piischii und mit einer Taschenlampe in der Hand. Schnell schlüpfen wir ins Zelt, in der Hoffnung, dass uns keine Mücken folgen.
Hat geklappt.
Und auch sonst scheinen keine Tiere drinnen zu sein. Glück gehabt.
Schlafsack ausbreiten (meiner ist die Unterlage - T.'s ist die Decke). Ein bitzli gigelen, weil wir es lustig finden, hier zu zelten. Und weil es so schön ist, dass mit T. solche Sachen möglich sind.
Dann ist Feierabend und wir schlafen. Theoretisch zumindest.
Denn, was wir beide komplett vergessen haben: Die Kirchenuhr im Dorf schlägt jede Viertelstunde. JEDE VIERTELSTUNDE. DIE GANZE NACHT. Wir haben ja schon mal auf unserer Terrasse gezeltet, also hätten wir es wissen müssen. Einfach vergessen. Jänu. Die ersten beiden Stunden geht das noch. Einfach einschlafen, nach 15 Minuten kurz aufwachen und den Glockenschlag hören, wieder einschlafen.
In Kombination mit einer doch eher subotimalen Isomatte, der Strassenlampe, die die ganze Nacht leuchtet und ab 3 Uhr dann der vollen Blase, ist das Zelt-Abenteuer dann eher eine Durchhalteübung. Ich drehe mich um. Versuche mit aller Kraft, wieder einzuschlafen und alles Störende zu ignorieren. Doch die geneigte Leserin ahnt es: Im Ignorieren bin ich einfach nicht gut.
Also wecke ich T. (was nicht schwierig ist, weil er glaub auch wach ist) und teile ihm mit, dass ich aufs Klo muss. Seine Frage darauf: "Sollen wir im Bett weiterschlafen?" Ich überlege nicht lange... Also schleichen wir uns nachts um drei aus dem Zelt, huschen durchs Treppenhaus und schlüpfen selig in unser bequemes Bett.
Unsere Camping-Skills haben also noch Luft nach oben. Wir üben - to be continued :-)