Im Rahmen meiner Weiterbildung habe ich neulich gelernt, dass Depressionen nicht in allen Kulturen gleich wahrgenommen werden. Ich zitiere aus dem Lehrbuch: "In Japan gab es bis vor nicht allzu langer Zeit fast keine Depressiven. Eine andauernde leichte Melancholie wurde nicht als Krankheit, sondern vielmehr als charakterstärkend angesehen."
Spannend, oder? Vielleicht sind Menschen, die öfters mal im Wald baden, sowieso zuversichtlicher im Leben unterwegs.
Ich finde die Idee sinnvoll, eine Depression nicht als das Ende der Welt, sondern eben als Gang durch das Tal zu sehen, bevor es langsam wieder berghoch geht und die Aussicht schön und weit ist.
Eine natürliche Reaktion des Körpers auf "zuviel". Ich kenne diesen Zustand. Noch vor wenigen Monaten war mir irgendwie alles zu viel. Wer hier häufiger mitliest, hat es mitbekommen. Ich bin dankbar, dass ich die Zeichen erkannt hatte und mich wie der Baron von Münchhausen selbst aus dem Sumpf ziehen konnte. Was wohl nicht so schnell gegangen wäre, hätte ich nicht den besten Mann der Welt als Lebenspartner.
Jetzt, nach einer ausführlichen Auseinandersetzung mit affektiven Störungen, erkenne ich meinen Zustand und kann ihn wissenschaftlich einordnen.
Und das gute daran: Der Zustand ist vorbei und ich bin im Flow!
I like it!