Laut meiner Freundin Ö.L. unterhalten sich die Leute am meisten über das Essen und Fäkalien. Eine kleine Feldstudie über die letzten paar Wochen hat mir diese Aussage bestätigt. Deshalb beglücke ich euch hier mit einem kleinen Fäkal-Gschichtli. Und das geht so:
Als ich dieses Jahr einige Tage in Belfast war, verbrachte ich fast die ganze Zeit im Victoria Square, einem netten Einkaufscenter mit Kino, Kaffee, Schuhladen und vor allem mit wunderbar sauberen gratis WC-Anlagen. So kam es, dass ich einen nicht unwesentlichen Teil meiner Essens- und Getränkekonsumationen direkt im Victoria Square wieder ausschied. So auch am Freitag, 7. Januar. Es ist ungefähr elf Uhr am Morgen, ich habe gerade einen grossen Kaffee getrunken und sitze nun gemütlich in dieser schönen, grossen, sauberen WC-Kabine. So gemütlich, dass ich mein Buch ("Sommer in Belfast" von Lucy Caldwell - sehr passend und auch sehr empfehlenswert) aus meiner Tasche nehme und gemütlich zu lesen beginne. Was für eine grossartige Geschichte. Ich versinke förmlich darin und vergesse alles um mich herum.
Bis ein kaum merkliches Klopfen an meine WC-Tür mich in die Realität zurück holt. Ist das möglich? Warum sollte denn ausgerechnet jemand an meine Tür klopfen? Wo es doch ca. 20 gibt. Es klopft ein zweites Mal. Ich antworte mit einem fragenden "yes?". Super, als ob ich Besuch hätte und ich jeden Augenblick jemanden in meine WC-Wohnung einladen möchte. Die Absurdität ist mir schon damals bewusst. Also verstaue mein Buch und verlasse diesen Cozy Place. Und vor mir stehen die Putzfrau und ein Elektriker, der genau jetzt, am 7. Januar 2011 um 10 nach 11 die dämlichen Lampen in allen WC-Kabinen kontrollieren muss.
Nun ja, shit happens...