Mittwoch, 20. Juli 2016

Unterwegs für die Wissenschaft

Was man nicht alles so macht! Nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Wissenschaft muss unterstützt werden. Als pflichtbewusste Bewohnerin dieses Landes, in dem Bildung nach wie vor ein wichtiger Export-Schlager ist, kann ich mich natürlich dieser Verantwortung nicht entziehen.
So kam es, dass ich neulich an einem Tag gleich an zwei Studien teilnahm. Am Morgen guckte ich mir während 60 Minuten Tiercomics an und am Abend lag ich dann im MRI und suchte grüne L's und rote T's...

Mehr Details gefällig?
Die Studie am Morgen tönte herzig. Tiercomics anschauen und mich daran erinnern, welche Tierli ich in welcher Reihenfolge gesehen hatte. Easy, oder? Nun, der geübte Leser dieses Blogs mag sich bereits denken, dass es dann doch ein wenig anders kam. Ziemlich schnell war mir klar, warum man für diese Studie nicht an Epilepsie leiden darf. Mann o Mann, da schlichen sich Mäuse, Giraffen, Lamas, Spinnen, Vögel und Fische aller Art im Blitzgewitter hinter einen Heuhaufen, in Schuhe, in Schiff-Wracks oder in Alphütten. Es war alles andere als herzig. Und an eine Reihenfolge konnte ich mich praktisch gar nicht erinnern. Bei so vielen Tieren, die nur halb zu erkennen sind, war ich schlicht und einfach überfordert. Und immer wieder fragte ich mich, was denn der Sinn dieser Studie sein sollte. Nach gut 60 Minuten Tierli schauen war ich fertig – fix und fertig! Die nette Studentin klärte mich dann noch über das Ziel der Studie auf. Die Erklärung bleibe ich euch schuldig – ist kompliziert. Anyway. Ich bin um eine Erfahrung reicher.
Und eine zweite Erfahrung kam dann am Abend hinzu. Ohne gross zu überlegen hatte ich mich für diese Studie gemeldet. Manchmal ist die Lust auf Neues eine Bitch. Nichts Böses ahnend kam ich am Ort der Studie an. Eine Praktikantin erklärte mir mehr oder weniger, was da auf mich zu komme, wo ich was unterschreiben müsse, welche Aufgaben ich lösen müsse, wo ich den Schwangerschaftstest machen könne und wo ich mich umziehen könne und dass ich dann in den MRI reinkomme... ääähhh, Mooooment…: Schwangerschaftstest? Umziehen? MRI? Madremia! Wo war ich denn da gelandet! Ich hab mir ernsthaft überlegt, die Teilnahme abzubrechen. Wäre auch kein Problem gewesen, das stand überall, auf jedem Zettel.
Doch äbe – die Neugier siegte.
Darum:
Schwangerschaftstest – done
Umziehen – done
in MRI legen – done
Es war dann eigentlich ganz interessant. Meine Aufgabe war nach einiger Übung recht einfach. Ich musste einfach in einem Kreis rote T's und grüne L's suchen und dann mitteilen, wo ich die sehe. Zwischendurch durfte ich auch einfach in dieser Röhre liegen und musste nichts tun. Keine Ahnung, ob es an diesem starken Magnetfeld lag, aber es kamen mir die abstrusesten Ideen und mitunter musste ich auch regelrechte Lachanfälle unterdrücken.

Anyway, ich kam unversehrt (denk ich jedenfalls…) raus und hatte noch genügend Energie, um mit meiner lieben Freundin T. ein Glas Wein zu trinken.
Der perfekte Abschluss für einen unglaublichen Tag.