Mittwoch, 15. Mai 2019

Windelweich? - Bireweich!

Ich freue mich! Ich habe unser letztes Zimmer für 4 Nächte verkauft. Zu einem ansehnlichen Preis. Garantiert von einer Firma, die wir kennen. Gäste werden sein: Ein Mann, seine Frau, ihr 10 Wochen altes Baby.
Hätten hier schon meine Alarmglocken schrillen sollen? Oder erst, als ich gesagt habe, dass es eines unser grössten Zimmer ist, 20qm gross und die Reservierende meinte: "Oh... naja, es wird schon gehen.".
Oder doch erst, als der Mann mich anrief aus den USA und mir mitteilte, dass das Baby mit Stoffwindeln gewickelt werde und ob es bei uns eine Waschmöglichkeit gäbe.
Okee. Ich glaube, da hätte ich Verdacht schöpfen sollen. Und falls da nicht, dann sicher dann, als der Herr mir in einer Email erklärt hatte, wie der Waschvorgang für diese Windeln zu sein habe, damit dem Baby-Popöchen nix geschieht.
Stop. So meine ich das nicht. Aus ökologischer Sicht finde ich es sinnvoll, wiederverwendbare Windeln zu verwenden und nicht Abfalleimer um Abfalleimer zu füllen. Der Waschvorgang für verkackte Stoffwindeln ist jedoch auch nicht ohne.
Das geht so:
Erst mit klarem Wasser spülen.
Dann einweichen.
Dann glaub noch mal spülen.
Dann waschen ohne Seife und ohne nix und so.
Dann trocknen im Tumbler, in dem vorher auf gar keinen Fall Frotteewäsche getrocknet wurde.

Ja gut, so kompliziert sieht es jetzt gar nicht aus. Vielleicht hab ich auch noch ein zwei Schritte vergessen. Who knows.
Jedenfalls wollen und können wir diesen Windel-Waschvorgang in meinem Hotel nicht anbieten. Jedenfalls nicht, ohne für diese vier Tage eine zusätzliche Waschkraft einzustellen, die den hohen Qualitätsanforderungen beim Waschvorgang entspricht. Zumal der Gast ja auch schon für den nächsten Tag reserviert hatte.
Nun ja. Also, im Hotel waschen wir das nicht. Unser Gästewäsche-Anbieter ebenfalls nicht. Hab ich nach längerem Gespräch, Weiterleiten der Windel-Wasch-Anleitung und einem darauf folgenden internen Wäscherei-Meeting (stell ich mir jedenfalls so vor) erfahren.
Das hab ich dem Herrn dann per Email mitgeteilt. Obwohl er ja wahrscheinlich ja zu dieser Zeit schon im Flugzeug sass. Und ich hab ihm einen Link geschickt zum Windelshop, der auch biologisch abbaubare Windeln verkauft.

Und zwischendurch hab ich mich auch ein bisschen gefragt, was ich eigentlich hier mache... MenschMeier...What the hell?

Aber hey! Vier Tage das Zimmer gebucht. Da macht frau halt einiges.

So. Dann kamen Herr und Lady an. Mitsamt Baby.
Und dann ging's erst recht los... Zwar war das Problem der Windel gelöst (Pampers sei dank).
ABER: Der Sessel im Zimmer ist nicht geeignet zum Stillen. Gut, kann ich verstehen. Er sieht nicht nur schrecklich aus, er ist auch schrecklich unbequem. Also haben wir angefangen, Alternativen anzubieten. Anderer Stuhl, mehr Kissen. Ich habe sogar höchstpersönlich einen Stuhl hochgetragen. Bewegung ist ja gut, gell...
Hat alles nix genützt. Madame kann so nicht stillen.

Am Abend kam dann die Email aus der Firma, die gebucht hatte: Sie hatten aus "logistischen" Gründen ein Hotel näher am Arbeitsort gefunden und stornieren die verbleibenden drei Nächte.

MannMannMann - hat mich etwas genervt die Geschichte! Aber hey! Lieber kackt das Baby in einem anderen Hotel die Betten voll. Und Mama kann im Ohrensessel sitzen und stillen.

Ich frage mich, ob Mama mit dem Baby nicht besser zu Hause geblieben wäre. Aus den USA in die Schweiz fliegen, stelle ich mir für ein Mini-Baby auch nicht prickelnd vor.

Und ja! Dieser Post ist politisch absolut inkorrekt. Ich weiss, dass Eltern ihre Kinder auf verschiedene Arten erziehen dürfen.
Nächstes Mal ohne mich als Windel-Koordinatorin.