Ich suche einen neuen Job. Heja, grad für immer will ich ja auch nicht Ferien machen.
Noch vor einem Jahr hätte ich nicht gedacht, dass ich jemals etwas anderes machen möchte, als das was ich damals eben gemacht habe. Chunnsch drus? Ich konnte mir schlicht und einfach nicht vorstellen, dass es noch anderes Spannendes gibt.
Aber hey! Tatsächlich interessiert mich fast alles und fast in jedem Inserat finde ich etwas, das spannend tönt. Das macht Spass und das Bewerben ebenfalls.
Unter anderem habe ich mich auch bei einem grossen Unternehmen beworben, das mir schon lange sympathisch ist. Das Haus ist schon seit längerem auf meiner Linkliste gespeichert unter "wo ich gerne arbeiten würde". Was habe ich mich gefreut, als da eine Stelle ausgeschrieben war! Natürlich hab ich mich sofort beworben. Auch wenn es nur ein kleines Pensum war. Es tönte spannend.
Das lief so:
Ich rufe bei der zuständigen Person, Herrn B., an. Auf meine höfliche Frage, ob er jetzt Zeit habe, um ein paar Fragen zu beantworten, kommt: "Jaja, einen kurzen Moment schon". Er tönt etwas gestresst.
Ich hole ein paar Informationen ein. Die Stelle tönt noch immer spannend.
Ich bewerbe mich per Email.
Ein paar Tage später erhalte ich eine Absage per Post. Unterschrieben von Frau S. im Auftrag von Frau W.
Ein paar Tage später ruft mich Herr B. an und meint, dass ich ja da einen sehr interessanten Lebenslauf habe (ja, finde ich auch) und mich ja eben für diese Stelle beworben habe (ja genau...?) und äbe ja. Ich höre ein bisschen zu, verstehe nicht genau und teile ihm dann mit, dass ich ja bereits eine Absage erhalten habe. Ich sei jedoch immer noch interessiert. Darauf meint er, da sei wohl meine Bewerbung auf dem "falschen Biigeli" gelandet und es habe sich ja demfall erledigt.
Aha, nice. Wir verabschieden uns.
Ich stelle mir den Bürotisch von Herrn B. vor. Und sein Büro und ihn gleich auch. Heja, man macht sich halt einfach grad ein Bild. Nicht?
Und noch mal ein paar Tage später erhalte ich eine Email von Frau W. Sie schreibt mir ganz nett, dass Sie meine Bewerbung nicht berücksichtigen könne und mir eine Absage erteilen müsse.
Aha.
Das wäre dann das dritte Mal, dass ich für ein und dieselbe Bewerbung eine Absage erhalten habe. Ich greife zum Telefon und rufe Frau W. an. Ich erzähle ihr, dass ich jetzt bereits zwei Absagen und einen Telefonanruf erhalten habe. Sie meint darauf: "Ja, da ist wohl ein Fehler im Prozess."
Ja, das denke ich auch.
Schade.
Das Haus steht nun nicht mehr auf meiner Liste "wo ich gerne arbeiten würde."