Samstag, 27. August 2016

Die Macht der Gedanken?

Heute stelle ich mein Velo am Bahnhof in Bern ab. Im Loeb hab ich ein kurzes Treffen zum Thema Kaffee. Ich schliesse mein Velo mit dem Schloss ab. Und ich denke kurz, wie „lustig“ es wäre, wenn ich mein Velo einfach mit dem Nachbar-Velo zusammen schliessen würde. Nun, da es nicht wirklich lustig wäre, mache ich es natürlich nicht.
Also, Velo abstellen, abschliessen, in den Loeb gehen. Gespräch, bisschen im Loeb herumlungern, zurück zum Velo. Und was sehe ich da, waseliwas? Ist das denn die Möglichkeit?!
Damen und Herren: Mein Velo hat ein Schloss um das Hinterrad. Und um ein anderes Velo!!! In trauter Zweisamkeit stehen mein Velotraum und seine Nachbarin also da zwischen Bahnhof und Heiliggeistkirche und können nirgends hin! Und ich auch nicht.
Mann, so eine Kacke aber auch! Die sogenannten Randständigen, die da immer um die Heiliggeist-Kirche herumsitzen, befrage ich sofort, ob sie gesehen haben, wer denn da sein Velo mit meinem zusammen gekettet habe. Die eine Dame kapiert gar nichts, der Herr schaut in eine andere Richtung. Eine andere Gruppe Heiliggeist-Menschen weiss zuerst auch nichts, ist jedoch sehr hilfsbereit. Der Herr mit dem Munitions-Gurt um den Körper weiss dann auch, wer mir diesen lustigen Streich gespielt hat. Es ist doch tatsächlich der andere Herr, der mich vorhin nicht angeschaut hat. Er habe das Schloss gefunden und fand es lustig, zwei Velos zusammen zu binden. Einen Schlüssel hatte er leider nicht. Ob es wirklich an meinem Gedanken vom Morgen lag, mein Velo mit einem anderen zusammen zu hängen, weiss ich nicht. Aber dass er gerade mein Velo erwischt hat, ist ja schon lustig.
Zum Glück hab ich keinen Stress. Eigentlich ist es ja eine ganz amüsante Story.
Da ich nicht gerade eine grosse Beisszange bei mir habe und mit dem Sackmesser wohl nicht viel anzufangen ist, entschliesse ich mich, die Polizei anzurufen. Die Herren Tschirren und Graf von der Abteilung „Velos einsammeln“ kommen dann auch innert weniger Minuten, analysieren die Situation und befreien mein Velo mit der grössten Beisszange, die ich je gesehen habe. Die Polizei - dein Freund und Helfer – in dieser Situation absolut stimmig. Dank des pragmatischen Einsatzes komme ich dann doch noch in den Genuss einer Velofahrt durch die Stadt Bern. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht, mit vielen lustigen Gesprächsfetzen im Ohr und einer neuen Geschichte für euch im Kopf.