Freitag, 26. August 2016

Mit dem Velo im Zug

Mit dem Velo in den Zug einsteigen ist mitunter ein etwas aufwändigeres Unterfangen. Vor allem, wenn ich noch eine schwere Tasche und einen Becher Kaffee dabei habe. Aber in der Zwischenzeit habe ich eine gute Technik entwickelt, wie ich alles innert nützlicher Frist die steile Treppe hoch hiefe. Und meinen Bruder rufe ich schon lange nicht mehr an, um ihm von meiner erfolgreichen Velo-Aufhängung zu berichten. Ja, das waren noch Zeiten, als ich mein Velo nicht so weit heben konnte, dass ich es oben in den Haken einhängen konnte...
Aber das ist heute nicht die Story. Lieber erzähle ich von der 10-köpfigen Inder-Gruppe, die heute früh ihr Gepäck um mein aufgehängtes Velo herumgebüschelet hat. Möglichst eng an den Wechsler gedrückt, natürlich. Auf meinen Einwand hin, dass sie doch bitte Sorge zu meinem Radel tragen sollten, schauten sie mich zuerst ein bisschen überrascht, eigentlich wohl verständnislos, an. Und dann bugsierten sie ihre Koffer in den Zug und verstauten die riesigen Koffer auf der Gepäckablage. Und dann verteilte das Kind in der Gruppe “Ghooffii“ (Emmi latte im Becher…) an alle. Mir gaben sie keines, wahrscheinlich hab ich zuviel gemotzt. Gut möglich.
Aber ich muss sagen, das waren sehr leise, ja wirklich aufmerksame und lustige Inder, die sich echt Mühe gegeben haben, nicht wirklich aufzufallen. Und sie waren sehr hilfsbereit. Einem älteren Mann haben sie den Koffer auch noch auf die Gepäckablage hochgehieft. Und mich wollten sie dann in Bern vor ihnen aussteigen lassen. Dass ich keine Chance hatte, mein Velo zwischen all den Koffern irgendwie rauszuheben, haben sie nicht so geschnallt. Aber egal. Ich fands schön, in einer so fröhlichen und organisierten Gruppe unterwegs zu sein. Vielleicht blieben sie dank meiner Werbung sogar noch ein bisschen länger in Bern als nur die sechs Minuten, die sie Zeit hatten, um den Zug ins Wallis zu erwischen. Vielleicht hats ja wirklich noch gereicht für ein Foto vor dem Loeb-Egge.