Neulich wurde ich zu einer Hauseinweihung eingeladen. Ein Tag der offenen Tür. Ich habe mich sehr über die Einladung gefreut. Einerseits, weil mich natürlich das Haus interessiert und andererseits aber auch, weil ich den Hausherrn sehr schätze und mir unter anderem seine Achtsamkeit gegenüber dem Leben und den Menschen gefällt.
Gemeinsam mit drei Kolleginnen machte ich mich an besagtem Tag auf zum neuen Haus im Dorf. Ich wäre mit leeren Händen gekommen, hätten die drei nicht daran gedacht, etwas zu organisieren. Manchmal denke ich einfach nicht daran, dass „mit leeren Händen kommen“ in der Schweiz fast nicht geht.
So. Da standen wir also vor dem neuen schönen Haus. Wirklich ein wunderbarer Bau. Und nette Gäste waren auch da. Wir haben uns prima unterhalten und das Haus vom Besitzer persönlich gezeigt und erklärt bekommen. Eine gelungene Umsetzung von vielen Ideen und Wünschen ist dieses Haus, momoll!
Überhaupt war das ein schöner Nachmittag.
Ein paar Tage später habe ich dann erfahren, dass unser Geschenk dem Hausherrn wohl nicht so gefallen hat. Jedenfalls ist das Geschenk ungeöffnet und mitsamt unserer Karte im Briefkasten der Nachbarin gelandet war. Dramatisch finde ich es nicht. Sogar ein bitzeli lustig; auch weil die Reaktionen der drei anderen Schenkerinnen so unterschiedlich waren. Und wenn mir etwas nicht gefällt aber jemand anderem schon, dann gebe ich es auch gerne weiter. Und ich lerne: Nächstes Mal komme ich mit leeren Händen.
So geht das!