Dienstag, 18. Oktober 2016

F**k this day!

What a night! Keine Ahnung, wann ich zum letzten Mal einen solchen Traum gehabt hab. Wenn sich drei Exfreunde im gleichen Traum treffen, Fischköpfe abgehackt und entschuppt werden und ich knapp an einer Verhaftung vorbei schramme, dann kann sich der schlaue Leser – und auch der weniger geneigte – vorstellen, dass die Nacht nicht wirklich erholsam war. Noch blöder: Der Abend vor dieser legendären Nacht war schon eine Achterbahnfahrt (und davon wird mir übrigens immer übel!) und – Überraschung: auch der Morgen fühlte sich nicht nach „oh happy day“ an! Eher wie „ich bleib im Bett – der Welt den Rücken!“.
Nun, da ich ja seit einem Monat wieder in den Kreis der Arbeitstätigen gehöre, konnte ich es mir leider nicht leisten, mich einfach mal noch ein Ründchen in Selbstmitleid zu suhlen.
Immerhin verlief die Zugfahrt zur Arbeit ohne Zwischenfälle. Was ich von der Velofahrt von Zürich HB ins Seefeld leider nicht behaupten kann. Leute! Velofahren in Zürich ist echt anstrengend! Da führen Velowege quer über Tramschienen, Fussgängerstreifen und Trottoirs. Und leider nicht so, dass da jeder sofort sieht, dass es jetzt eben ein Veloweg ist. Sondern halt sehr dezent, so dass jeder Fussgänger wohl denken mag, dass ich fälschlicherweise – oder frecherweise? - seine Spur missbrauche. Und da ich nun halt recht oft recht schnittig unterwegs bin, kann es schon möglich sein, dass sich da einige Fussgänger ein bisschen überrumpelt fühlen, wenn ich neben ihnen durch düse.
Soweit so gut.
Gestern früh dann das: Auf meinem Velostreifen steht netterweise (Idiot!) ein Lastwagen. Mitten auf der Brücke – super Parkplatz, nicht? Folglich bleiben mir zwei Optionen: Im Gegenverkehr rechts neben dem Lastwagen durchfahren. Oder nach links ausweichen und kurz auf dem Fussgängerweg fahren. Aus Sicherheitsgründen entscheide ich mich für links (tendenziell bin ich eh eher für links als rechts). Das wiederum findet dann mindestens ein Fussgänger nicht so toll. Also nicht meine eher Linksorientierung, das weiss er ja nicht. Denk ich zumindest mal. Sondern halt mein Ausweichmanöver nach links. Während mir eine vorausschauende Fussgängerin (wahrscheinlich eine, die ab und zu auch mit dem Velo unterwegs ist) Platz macht, damit ich mit dem Velo neben Lastwagen, Brückengeländer, Baustellen-Absperrung und ihr durchkomme, stellt sie sich kurz zur Seite. Das finde ich nett. Der Herr dahinter offenbar nicht. Denn er stellt sich demonstrativ in die Mitte und verstellt mir den Weg. Schwarzer Mantel, schwarze Mappe in der Hand, böser Blick. Dass er nicht noch die Hände in die Hüfte stemmt, grenzt an ein Wunder. Er lässt mich nicht durch. Also halte ich an. Ich kann es nicht fassen. Klar, ich fahre auf seinem Weg. Doch sieht der den Lastwagen neben sich denn nicht? Der Herr motzt mich an: „Das ist ein Fussgängerweg! Das ist afigs schlimm, ehrlich!“. Ich bin sprachlos. Was mir ja nicht grad so oft passiert. Wie ein Fisch mach ich meinen Mund auf und zu. Ich bringe nichts raus. Ausser, dass da doch ein Lastwagen stehe. Das hilft dem Mann nichts. Schlussendlich geht er dann doch noch weg. Und ich fahre weiter. Kopfschüttelnd. Und mit dem schlechten Gefühl, dass das nicht mein Tag werden wird.
Tja, friends! Shit happens.
Ab und an halt auch mir.