Ich mag Hunde nicht so sehr! Vor allem nicht die eher grossen, die machen mir irgendwie Angst. Ausser Fanny, der Berner Sennenhund von meinen Nachbarn. Der ist lieb.
Naja, das sind wohl alle, würde man ihre Besitzer fragen. Aber der Hund, der mich heute früh böswillig angegriffen hat, der war nicht lieb, never ever!!!
Das ging so:
Es ist viertel vor fünf am Morgen. Ja, ich weiss, viel zu früh, um überhaupt schon ein Auge offen zu haben, geschweige denn schon in Vollmontur auf's Velo zu steigen. Aber was soll ich machen, ich hab Frühdienst und muss diesen Zug erwischen.
Also äbe: Ich komme aus meinem Haus. Im Garten des Häxehüsli von vis-à-vis entdecke ich einen Hund. Einen recht grossen für diese Uhrzeit, finde ich. Und überhaupt: Wohnt da jetzt wieder jemand? Da war doch ewig lang so ein kleiner Kläffer, der mich manchmal fast um meinen Verstand gebracht hat. Und dessen Hunde-Bruder ich dann auch in Cuba antraf... Aber das ist eine andere Geschichte! Aber die Erinnerung an Cuba ist grad schön. Pura Vida! Hmmmm
Zurück zum Hund: Also, ich komme aus der Tür, Treppe runter, Hund entdeckt.
Er bellt.
Laut.
Aber er ist hinter dem Zaun.
Und wedelt mit dem Schwanz.
So weit so gut. Ich bleibe locker (immerhin äusserlich). Neben dem Hund steht ein Mann im Garten. Noch mal: Wohnt da jemand in diesem Haus? Das wird doch abgerissen?
Naja, egal. Ich schwinge mich auf's Velo. Es ist kalt. Die Strasse ist nass - sogar gefroren? Ich bin noch am Überlegen, ob es wohl glatt ist, als dieser kläffende, geifernde, zähnefletschende Riesenhund bereits an meinem Hosenbein hängt. Oder fast jedenfalls! Mannmannmann! So ein Scheiss aber auch! Was für ein Glück, dass ich schnelle Beine habe! Wie eine Irre trete ich in die Pedalen, noch immer überlegend, ob es wohl glatt ist. Der rennende Hund hinter mir jedenfalls zipperlet auf der Strasse mächtig im Zeugs herum. Was ihn jedoch nicht davon abhält, mir hinterher zu rennen. Bellend, geifernd, zähnefletschend, möglicherweise auch schwanzwedelnd... Ich jedenfalls sehe es nicht als Spass - ich habe Panik im Anfangs-Stadium! Mindestens hundert Meter lang rennt mir dieser Hund hinterher. Um viertel vor fünf am Morgen! Auf einer möglicherweise glatten Strasse. Wie bin ich froh, dass mein lautes Gefluche dieses Monster dann wohl so einschüchtert, dass es von mir ablässt!
Heute brauche ich keinen zusätzlichen Kaffee - eher Kamillentee!
Was für ein Start in den Tag!