Ein ereignisreicher Tag geht langsam langsam zu Ende!
Nach einem fantastischen Start in den Tag mit Laufen "meinem" Meer entlang (ja, es kam hallo sagen und ich hab fröhlich zurück gegrüsst und sogar die Füsse reingestreckt), einer erfrischenden Dusche (wirklich warmes Wasser hab ich nicht gefunden), einem weiteren gemütlichen Frühstück auf meinem Balkon mit Meerblick
und gemütlichem Packen meiner Siebensachen hab ich mich auf den Weg gemacht. Ich und mein Polito (nicht zu verwechseln mit Pollito..., was mir bei der Autoübergabe zuerst passiert ist und mich doch etwas verwirrt hatte...) Gemeinsam sind wir ziemlich entspannt unterwegs. Und mit mir gemeinsam irgendwie auch alle anderen auf der Autobahn Richtung Hauptstadt. Wäre mein liebster T. aus I. hier, er würde die Welt nicht mehr verstehen. Er findet Autofahren auf Schweizer Autobahnen schon unglaublich entspannend und kann es fast nicht glauben, dass die meisten einfach mit 120 km/h unterwegs sind. Hier auf Teneriffa bist du mit 120 km/h praktisch ein Raser. Ich empfinde es als unglaublich entspannend, mit knapp 100 über die Autobahn zu tuckern, die karge Landschaft an mir vorüber ziehen zu lassen, ab und zu einen Blick auf das Meer zu erhaschen, Windräder zu entdecken und gelassen meinem Ziel entgegen zu fahren.
Mein Ziel ist La Laguna. Da komme ich früh an, finde einen Parkplatz und habe genügend Zeit, um gemütlich die Altstadt zu erkunden, auf einem sonnigen Platz einen fantastischen Salat zu geniessen und dazu ein noch fantastischeres Bier.
Und danach hab ich sogar noch Zeit und Musse, mich auf einer sonnigen Bank auszustrecken und zu lesen. Um mich herum plaudern Menschen, scheppert Geschirr, kreischen Kinder - es ist eine wunderschöne Hintergrundkulisse.
Etwas später komme ich in meiner Unterkunft an. Eine ernüchternde Erfahrung... Mein Zimmer ist zwar superherzig, das Badezimmer ist sauber, schön, modern, stilvoll.
Nur eines ist da nicht: TAGESLICHT! OMG! Von einer Sekunde auf die andere überkommt mich eine mittlere Depression. Was soll ich denn hier drin tun? Da kann ich ja grad nur schlafen. Aber leben, so wie ich das die letzten zwei Tage in meiner Wohnung gemacht habe, das geht hier ganz und gar nicht. Und ich schlage mir auch rasch den Gedanken aus dem Kopf, eine zweite Nacht hier zu verbringen. Nenee. So ist es grad ok und morgen bin ich dann an einem anderen Ort. Tönen tut's gut, das Haus von morgen. Die Bilder sind hübsch und es wurde mir ein Zimmer mit Blick auf Berge und Meer versprochen... Da bin ich ja mal gespannt.
Für den Augenblick konnte ich der Tristesse immerhin mal entfliehen und ich bin mit der Strassenbahn zurück ins Zentrum gefahren. Prompt hab ich ein Konzert miterlebt und ein nettes Café mit WiFi gefunden, wo ich diese wahnsinnig epochalen Zeilen niederschreiben kann. Die Tatsache, dass zur Zeit grad sowieso niemand hier mitliest, erleichtert es ungemein, so banale Dinge zu schreiben, wie du eben gerade liest. Ja, manchmal ist das Leben halt einfach banal. Das finde ich ganz oke.
Also dann. Das nette Café schliesst und bevor ich noch beim Aufräumen helfen muss (ein Gast hat mich bereits für die Bedienung gehalten - warum auch immer, denn ich sitze einfach da am Tisch und töggele in meinen Compi rein...), mach ich Schluss, bezahle mein salzloses Sandwich und spaziere heim in die Dunkelkammer.
Adios, nos vemos