Damen und Herren, gestern bin ich seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder mit dem Flugzeug verreist. Ein Flug von 4 Stunden und er kam mir wie Jahre vor...! Keine Ahnung, wie ich es geschafft hatte, diverse Male nach Cuba zu fliegen, wo ich doch 13 Stunden im Flieger sass.
Nun, vielleicht lag es daran, dass ich auf meinen Cuba-Flügen nicht drei aufgeregte 20-jährige Mädchen hinter mir hatte, die sich den ganzen Flug nonstop (ja, ohne zu übertreiben: NONSTOP!) unterhalten haben. Und mit unterhalten meine ich, mit penetranter Stimme über ihre Leben und das ihrer "Freundinnen" tratschen. Madremia! Das empfinde ich als so was von unangenehm! Und es half auch nicht wirklich, dass ich neben einem mittelalterlichen Ehepaar sass, das wohl zum ersten Mal geflogen war. Während des Fluges mussten sie zweimal aufs Klo. Okee, macht mir nix. Ein bisschen aufstehen ist ja ganz gut. Das mein ich echt. Ich hab ja selber eine Blase wie ein Eichhörnchen und bin froh, wenn die Leute im Flugzeug mich aufs Klo lassen. Etwas doofer war es dann, als wir gelandet sind. Wir waren noch am Rollen, als die Dame mich anstupste, damit ich aufstehe. Hä? Wo will die denn hin? Da ist noch keine Treppe in Sichtweite, du kannst hier nicht einfach durchrennen wie im Zug... Aber es half nix, ich musste aufstehen und zusehen, wie sie ihr Gepäck aus der Ablage klaubte. Ich stand daneben und guckte etwas betreten drein. Es wurde auch nicht besser, als der Pilot die Durchsage machte, dass man sich hinsetzen solle, weil er ja noch weiterrollen sollte... Mensch Meier! Das Ehepaar war nicht zu bremsen, die wollten einfach weg. Nach mehrmaligen Aufforderungen und einem klaren Handzeichen setzten sich die Eheleute dann doch noch mal. Und ich mich auch.
So, ein bisschen später durften wir dann aussteigen. Und ich war überrascht über die Menschenmassen bei der Gepäckausgabe! Offensichtlich hatten sehr viele Menschen die Idee, im März nach Teneriffa zu reisen. Und alle warteten richtig giggerig auf ihr Gepäck. Nichts von "die Kleinen dürfen vorne stehen". Nenee, ich musste ein bisschen hüpfen und zwischen Beinen, Armen und Bäumen durchlinsen, bis ich meinen Koffer entdeckte. Und mit einem kleinen Ellbogen-Einsatz kam ich ganz leicht an mein Gepäck heran.
Was für eine Aufregung! Und die ging auch gleich weiter. Ich hatte ein Auto gemietet. Zum ersten Mal in meinem Leben! Ich war so was von nervös, denn in den Bewertungen für die Autovermietung stand: Schwierig zu finden. Okeee. Zum Glück kann ich spanisch und nach einer kleinen Reise von einer guten halben Stunde (Ausgang zu den Taxis, beim Büro 2 nach dem Weg fragen, Richtung Burger King gehen, Ausgang nehmen, bei den Taxis vorbei und 15 Minuten auf den Shuttle warten, dann 10 Minuten mit dem Shuttle fahren und hoffen, dass ich irgendwann am richtigen Ort ankomme) war ich auch "schon" am Schalter von Budget. Vor mir standen die gleichen drei Herren, die schon in Basel beim Security Check vor mir standen. Sie haben mich nicht erkannt. Ich sie schon - am Geruch notabene...! Aber sie waren ganz nett. Drei Franzosen mittleren Alters, irgendwie herzig.
Die Autoübergabe zog sich in die Länge. Also, in die Läääääääääänge! Da war ein Paar am Schalter, das hatte nicht die richtigen Dokumente bei sich. Und die Chica, die das Auto vermietet, war einem Nervenzusammenbruch nahe. Die Frau, die das Auto wollte, irgenwie auch. Es dauerte ein Weilchen, bis ich kapiert hatte, dass das Reservations-Programm ausgestiegen war und die vier Auto-Chicas jeden Vertrag von Hand ausstellen mussten. Kein Wunder, dass die mit den Nerven nicht mehr ganz auf der Höhe waren. Aber irgendwann kam ich dann auch an die Reihe - notabene zur Chica mit dem schwachen Nervenkostüm. Ich war noch nervöser und hatte fast ein bitzli Angst, dass ich jetzt auch so angeschnautzt werde. Aber ich hatte Glück! Ich hatte alles korrekt gemacht und nach nur 20 Minuten am Schalter (...) hatte ich den Schlüssel für meinen VW-Polo in der Hand! Und die Dame bedankte sich sogar bei mir, dass ich so nett sei. Hihi.
Dann kanns ja losgehen - denkst du jetzt, gell? Naja, es ging auch ziemlich rasch los. Und ziemlich rasch in die falsche Richtung. Zum guten Glück hat der nette Herr aus meinem Navi dann darauf bestanden, dass ich wende und dann links bleibe. Bleiben Sie links. Ja, er ist sehr gewissenhaft! Und er hat mich auch sicher an mein Ziel gebracht. Auch wenn das eigentliche Ziel nicht zu finden war (Adresse nicht gefunden). Aber immerhin in die Nähe kam ich. Und ich habe per Zufall auch grad einen hübschen Parkplatz gefunden. Nur das Hotel, das war etwas schwieriger zu finden. Was möglicherweise daran lag, dass es gar kein Hotel ist, sondern einfach eine Wohnung in einem ganz normalen Haus. Ha! Ganz normal! Ein Haus mit Meerblick. Darum heisst es wohl auch "Vista al Mar"! Ich war echt nicht grad happy, als ich das getscheggt habe (also, dass es nicht ein Hotel ist, sondern einfach ein Haus, die Lage ist schon sehr schön), denn da war nichts angeschrieben, ich hatte keine Telefonnummer von der Vermieterin, ich war noch nicht mal sicher, ob ich da am richtigen Ort bin. Der Herr, der da grad vor der Tür stand, versicherte mir jedoch, dass das schon hier sei. Nun ja, was ich mach denn jetzt? Ein Glück, bin ich nicht auf den Kopf gefallen. Da klebte nämlich ein Klebi an deiner der Klingeln. Also klingelte ich. Und prompt kam eine Stimme und die tönte gut! Die sagte nämlich, dass ich in den zweiten Stock kommen solle. Und da war dann Greta und zeigte mir mein neues Zuhause auf Zeit! Auf den ersten Blick haute es mich nicht grad aus den Socken. Und der Geruch da drin ist irgendwie auch gewöhnungsbedürftig. Aber nach einer kurzen Angewöhnungsphase fand ich es ganz hübsch. Und jetzt, am Tag danach, wo ich gemütlich auf meinem Balkon sitze, der Fischgeschmack vom gestrigen Abendessen nicht mehr auf meiner Zunge klebt (wie hässlich ist das denn - ich konnte fast nicht schlafen!), dem Meer zuhöre wie es rauscht, Kaffee trinke, Fruta Bomba esse, da bin ich seeeehr zufrieden mit meiner Wahl! Hier lässt es sich leben und geniessen und entspannen und sein.
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