Hmm - ein bisschen merk-würdig, oder besser: denk-würdig ist es schon...
Ich habe mich gesehnt nach Ruhe. Nach Allein-sein, nach alles machen können, was ich will. Auf Kompromisslosigkeit. Und all das habe ich. Und noch mehr...
Es tut gut, wieder mal alleine unterwegs zu sein. Auf mich gestellt. Ohne Netz und doppelten Boden sozusagen. ICH treffe die Entscheidungen, ohne Abwägen für das Gegenüber. ICH finde die Auto-Abholstation. ICH fahre das Auto. ICH finde den Weg (und zwar ziemlich gut, manchmal sogar ohne Navi, Intuition sei dank). ICH gehe wandern, alleine mit mir und meinen Gedanken. ICH treffe auf Einheimische und Touristen und plaudere mit ihnen. ICH ICH ICH. Ja, Leute: ICHICHICH! Diese Woche bin ich vollkrass EGO drauf. Es tut mir gut, mich mal wieder zu fühlen wie früher. Früher, als ich solo unterwegs war. Frei, vogelfrei. Ich geniesse es und ich bin auch sehr froh, zu merken, dass ich es noch kann. Ich hatte tatsächlich ein wenig die Befürchtung, dass ich tatsächlich zum schwachen Weibchen mutiere. Zum Glück weiss ich es jetzt wieder besser! Da bin immer noch ich. Und es macht immer noch Freude, alleine unterwegs zu sein.
So.
Dann ist da eben auch der andere Teil. Der Teil, der T. vermisst! Der beim Betrachten des Meeres den Moment gerne teilen würde. Der Teil, der Angst hat, alleine in den Swimming Pool zu hüpfen und froh wäre, da wäre jemand, der mir sagt, dass nichts passieren kann... heja! Man weiss ja nie, wenn da eine mysteriöse Kraft drin steckt, die mich nach unten zieht. Wäre ja auch doof, wenn ich auf Teneriffa in einem vier Quadratmeter grossen Pool ertrinken würde. Oder? Ich erinnere mich an meine Schildkröten-Begegnung und ärgere mich kurz über meine Fantasie. Und dann ist es auch wieder ganz oke. Am Poolrand sitzen (das Wasser ist eh zu kalt) und genüsslich ein Bier trinken, ist doch auch ganz prima. Und mit T. aus I. wär's noch schöner.
Das ist schön. Umgekehrt wäre es dann doch ziemlich doof... Es ist schön, ihn zu vermissen. Und ich vermisse auch meine Familie. Nach nur ein paar Tagen. Ist das gut oder doof? Ich finde, es ist gut.
Da bin ich also wieder mal auf dem Kreuzzug ins Glück und finde es prompt. Alleine mit mir - unterwegs auf engen Strassen mit 40km/h - in stundenlangen Betrachtungen des Meeres - in anstrengenden Gipfelwanderungen - in Begegnungen mit Fremden - und im Vermissen von geliebten Menschen.