Montag, 8. April 2019

Philosophische Wanderungen

Ihr fragt euch, auf welche Spitze Feder ich mich in der gestern veröffentlichten bezogen habe?
Here we go:

Wieder mal bin ich an einer Beerdigung. Ich sitze da und lausche. Lausche den Worten des Pfarrers, den Worten des Sohnes, der über das Leben seines Vaters erzählt, lausche den schönen Trompetenklängen. Und in mir drin höre ich laut und deutlich drei Worte: „Just do it!“. Tu es einfach! Warum nicht etwas Neues wagen? Warum nicht nach den Sternen greifen? Warum nicht etwas Verrücktes ausprobieren? Auch wenn es schwierig und steinig und steil wird? Auch wenn es scheitern könnte? Auch wenn es dann nicht so toll ist, wie ich mir das vorstelle? Nur weil ich keinen Weg sehe? Nur weil es sich ein paar andere nicht vorstellen können?
Ich habe nur dieses eine Leben. Und das ist, wie mir an jeder dieser Beerdigungen in diesem Jahr bewusster wird, endlich.

Ein paar Wochen nach der Beerdigung stehe ich in einem Geröllfeld. In der Ferne sehe ich den Gipfel, auf den ich will. Den Weg allerdings sehe ich nicht. Nur die erste Markierung, die die Richtung andeutet. Wie um alles in der Welt soll ich denn jemals auf dieses Horn rauf kommen? „Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt“, hat doch mal ein schlauer Mensch gesagt. Nun denn, so wage ich es auch. Und siehe da: Mit jedem Schritt sehe ich den Weg ein bisschen besser. Jeder Schritt zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Mit jedem Schritt und jeder überstandenen Kletterpartie freue ich mich mehr, dass ich hier unterwegs bin, vorwärts gehe, aufwärts.
Und oben ist es noch viel schöner, als ich mir das vorgestellt habe.
Es ist ein herrliches Gefühl!


Ich mag alpine Wanderungen mit philosophischen Erkenntnissen.