Freunde! Soeben hatte ich eine Erkenntnis! Ich will sie gerne mit euch teilen.
Ich habe soeben realisiert, dass ich tatsächlich Talent zum Schreiben habe! Tägg! Getscheggt!
Klar, schreiben fällt mir leicht. Das wusste ich ja schon lange. Sonst würde ich ja nicht seit Jahren diese Geschichten hier sammeln und teilen. Naja, die letzten Monate lief nicht grad viel hier drin. Ich hatte schlicht und einfach keine Lust. Keine Lust zum Schreiben, keine Lust, nebst der Arbeit noch was zu machen. Keine Lust für nix. Eine faule Sau war ich. Und ich hege den Verdacht, dass diese Phase noch nicht ganz vorbei ist. Doch immerhin sehe ich einen Lichtstreifen am Horizont. Langsam, ganz langsam, erobere ich meine Freiheit zurück. Ja, sie kam mir abhanden. Ganz langsam. Schleichend. Als Gegenleistung bekam ich Bequemlichkeit, Mutlosigkeit, Faulheit. Und auch Gemütlichkeit, Sicherheit, Normalität. Und viele schöne Erlebnisse, das will ich nicht verleugnen.
Zwischendurch blitzt sie immer wieder auf - die Sehnsucht nach Freiheit. In den schlimmsten Anfällen hab ich die Phantasie, Job, Wohnung, Beziehung hinzuschmeissen und einfach irgendwo neu zu beginnen. Es kotzt mich manchmal alles so an. Diese Normalität. Arbeiten, nach Hause kommen, meine freien Tage auf drei Monate im Voraus verplanen. Ich will mehr vom Leben! Ich will leben! Ich hab nur das eine! Ich will für einen Kaffee nach Paris reisen, ich will an freien Tagen etwas erleben. Oder zu Hause. Ich will frei sein. Aus welchem Grund ich mich nicht so frei fühle, wie ich es ja könnte, denn schliesslich zwingt mich niemand in dieses Leben oder macht mir Vorschriften, weiss ich noch nicht. Ideen habe ich einige.
Aber ich wollte euch ja sagen, wie ich jetzt getscheggt habe, dass ich Talent habe. Zum Schreiben. Zum inspiriert schreiben. Ja, ich finde sogar, zum Inspirieren! Heute hab ich in Ermangelung eines Alternativ-Programms sämtliche meiner "Spitzen Federn" (Kolumnen im Anzeiger ThalGäuOlten) aus den letzten acht Jahren gelesen. Und ich sehe einen roten Faden. Unbewusst drehten sich viele meiner Texte immer wieder um die gleichen Themen. Um meine Themen halt. Und heute, in dieser geballten Ladung, haben sie mich inspiriert, mein Leben wieder in die Hand zu nehmen. Und endlich endlich endlich habe ich mal wieder richtig Lust zum Schreiben! An einem Samstag Abend! Um halb neun! Und das, obwohl ich früh ins Bett wollte - schliesslich stehe ich morgen um 5 auf - Frühdienst sei dank.
Ich fühle mich grad so frei, dass ich diesen Text nicht mal gross redigieren werde. Einmal durchlesen, Fehler korrigieren, fertig. Ich geniesse es, einfach frisch von der Leber weg zu schreiben. Kaum im Hirn, ist es auch schon in den Fingern, erscheint blinkend auf dem Bildschirm und in ein paar wenigen Minuten wird es im www sein. I like it!
Ich mag das Gefühl von "alles ist möglich". Ich muss nicht noch 3 Jahre bei meiner Arbeit bleiben. Ich muss nicht noch 1 Jahr in dieser Wohnung bleiben. Ich muss nicht mal noch einen Monat hier bleiben. Ich kann nach Argentinien reisen, wenn ich Lust habe, ich kann mit dem Velo ans Meer fahren. Ich kann meine Freundin in Bern besuchen. Oder in Solothurn, oder in Attinghausen. Oder irgendwo. Ich muss meine Freizeit nicht immer gleich gestalten. Ich habe es in der Hand, was ich mit meinem Leben mache. Drückt mir die Daumen, dass dieses Gefühl anhält, dass ich es nicht grad wieder vergesse und halb deprimiert oder gar depressiv meine Gedanken in Endlosschlaufen kreisen lasse. Ich habe andere Möglichkeiten. Und die will ich nutzen.
Und als kleine Motivations-Spritze werde ich in den nächsten Tagen meine Spitzen Federn aus alten Tagen hier veröffentlichen. Ich finde sie nämlich wirklich wunderbar. Endlich glaube ich den Menschen, die mir jeweils sagen, dass sie meine Federn gerne lesen. Denn ich habe sie auch sehr gerne gelesen.
Coole Sache!