Samstag, 5. Januar 2013

Andere Länder - andere Sitten

Es ist eine alt bekannte Weisheit - andere Länder, andere Sitten. Beispiele dafür habe ich in Cuba zuhauf erlebt. Hier eine der ersten Begebenheiten, die mir klar machte, dass ich nun nicht mehr in der Schweiz bin. Und dass trotzdem alles prima funktioniert.
Also.
Den ersten Samstag in Cuba (eigentlich den ersten Tag nach meiner späten Ankunft am Freitag Abend) verbrachte ich mit meinen neuen Freunden an den Playas del Este, Havanas Badestränden. Der Weg dorthin ist nicht ganz kurz, doch zu fünft im Taxi absolut kein Problem. Mit dem Taxifahrer machten wir aus, dass er uns am Abend dann am Strand wieder abholen sollte.
Da hatte ich ehrlich gesagt meine Zweifel. Ich habe doch immer gehört, dass in Cuba alles langsamer und vor allem unpünktlich sei. Innerlich bereitete ich mich schon ein wenig darauf vor, dass wir eine Stunde auf unser Taxi warten mussten.
Weit gefehlt.
Wir waren (windbedingt - das war drei Tage nach dem Hurrican Sandy und der Wind war noch immer heftig) schon ein wenig eher (eine halbe Stunde) am Treffpunkt. Der Taxifahrer ebenfalls. Er gönnte sich gerade gemütlich ein Bier aus der Dose. Als er uns sah, machte er die Taxitüren auf, liess uns einsteigen und fuhr los. Immer schön mit der Bierdose in der Hand, den Rest in aller Seelenruhe trinkend, so wie ich manchmal Cola während der Autofahrt geniesse.
So.
Als die Dose dann endlich leer war, machte der nette Taxifahrer mich mit dem Recycling-Konzept Cubas vertraut. Er schmiss die Dose nämlich einfach aus dem Fenster. Ich war etwas besorgt um das Gleichgewicht unserer Mutter Natur. Doch es wurde mir versichert, dass jemand die Dose aufsammeln und einem anderen, (mehr oder weniger sinnvollen) Zwecke zuführen würde.
Und tatsächlich. Im Laufe meiner Zeit auf Cuba begegneten mir auf den Souvenirmärkten immer wieder ehemalige Dosen in Form von Handtäschli, Spielzeug-Autos, Spielzeug-Foto-Kameras, Spielzeug-Harleys, etc.
Doch, ich muss sagen, das Konzept hat was!