Heute früh, also sogar bis zum Feierabend war ich übellaunig, zerknirscht, bedrückt, hoffnungslos, erfüllt vom Gefühl, nicht komplett zu sein. Von allem ein bisschen.
Seit vielen Tagen steh ich irgendwie neben mir.
Ich bin nicht bei mir.
Ich finde meine Energie nicht.
Heute hatte ich eine Erkenntnis. Keine besonders erfreuliche für mich. Und dennoch ist es gut, dass ich sie hatte. Nun, die Details meiner Erkenntnis sind zu persönlich, um sie hier zu veröffentlichen. Auch wenn ich in den letzten Einträgen viel von mir preis gegeben habe. Und auch dieser Eintrag hier bereits wieder sehr intim ist. Diese Erkenntnis hier bleibt bei mir.
Vorerst immerhin.
Aber das Resultat meiner Erkenntnis teile ich gerne mit euch.
Ich habe getscheggt, dass ich wieder ins Tun kommen will. Ins Anpacken. Umsetzen. Nicht im Konjunktiv leben oder in Vorstellungen, wie es denn auch noch sein könnte.
Als Anstoss hat mir das Schicksal einen schönen, starken, sympathischen Mann auf meinen Weg geschickt. Es ist mein Nachbar und er hat mir heute Abend charmant die Haustür geöffnet und fröhlich mit mir geplaudert. Es hat mir so gut getan. Soziale Kontakte ausserhalb der Arbeitswelt bereichern mich immer wieder. Frische und erfrischende Begegnungen besonders. Voller guter Energie und Tatendrang bin ich in meine Wohnung und hab mich entschieden, mich nicht mehr bremsen zu lassen. Ich habe Lust auf ein schön eingerichtetes Wohnzimmer. Und ich habe gute Ideen, wie das schön werden kann.
Seit gestern steht zum Glück das wunderbare Sofa meiner Cousine hier - I like it! Es ist ein guter Anfang.
Anfang! Ha!
Ich wohne ja schon seit fast vier Monaten hier. Meine Mitbewohnerin ist eine sympathische Frau und wir verstehen uns gut. Es ist gut, mit ihr zusammen zu wohnen. Ein für mich schwieriger Punkt ist ihr Zögern in Sachen "ich mach es jetzt".
Ich hatte so grosse Lust, nebst dem Sofa, mit dem ich auch schon zusammen gelebt habe, auch wieder meinen wunderbaren schönen Holztisch im Wohnzimmer zu haben. So habe ich kurzerhand beim andern Nachbarn geklingelt - ebenfalls ein starker, sympathischer Mann. Ich hab hier echt coole Leute im Haus! Meine beiden starken, sympathischen Nachbarn haben mir ohne zu Zögern meinen Tisch aus dem Keller hoch getragen.
Ja, I must admit...: Es ist so schön, wieder meine Möbel um mich herum zu haben.
Nun stehen zwar im Wohnzimmer zwei Sofas (eines muss noch verkauft werden) und zwei Tische (meiner und der andere, der ein wunderbarer Bürotisch, jedoch kein gemütlicher Wohnzimmertisch ist) im Wohnzimmer. Aber hey! Ich finde, wenn hier schon so viel Zeug von meiner Mitbewohnerin drin steht, dann darf ich von mir auch was hinein stellen.
Es tut so gut, in die Gänge zu kommen. Meine Energie zu spüren. Mich mit Menschen auszutauschen. Zu merken, dass ich gut alleine klar komme und dass ich eine wunderbare Frau bin.
Es ist, als ob ein Schalter gekippt sei und ich hoffe fest, dass er dort bleibt.
Naja, hoffen alleine bringt's nicht - ich werde dran arbeiten.
Don't stop me now!