Sonntag, 4. August 2019

Musikalische Hilfestellungen

Bis heute hab ich gedacht, dass das allen Menschen so geht. Nun bin ich mir gar nicht mehr so sicher. Ich hab es nie hinterfragt. Wie ich vieles nicht hinterfragt habe. Und wahrscheinlich noch immer nicht hinterfrage. Die Welt ist voller Mysterien.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Heute erzähle ich euch etwas sehr persönliches. Ja, wirklich sehr persönlich. Es hilft dabei, dass ich weiss, dass hier zur Zeit nur sehr wenige Menschen mitlesen und nur solche, die ich auch wirklich gern hab. Deshalb wage ich den Sprung in diesen Seelenstriptease - schreiben hilft.

Ganz oft begleitet mich tagelang ein bestimmtes Lied im Hinterkopf. Aus dem Nichts taucht es auf und singt sich in meinem Hirn fest. Bis ich nicht mehr weghören kann. Manchmal summe ich sogar leise mit. Spätestens dann merke ich, dass das Lied mitnichten aus dem Nichts kommt. Viel mehr ist es mein Unterbewusstsein, das mir eine Botschaft sendet. So immerhin fühlt es sich für mich an.
Und äbe: Bis heute hab ich gedacht, dass das allen Menschen so passiert. Aber vielleicht eben nicht.
Vor knapp 3 Jahren trällerte in meinem Kopf ZAZ "j'aime, j'aime à nouveau". So lange, bis ich endlich getscheggt hab, dass ich mich verliebt hatte. Ja, manchmal dauert es etwas länger.

Vor einigen Wochen tauchte dann Mash auf mit "Ewigi Liebi: Liebi chunnt und goht, oder si haut eifach ab. s'git kei Verlürer oder Gwünner, i däm Würfelspiel - Ewigi Liebi, wuohohou". Ja, tatsächlich mit dem unvergleichlichen "Wuohhou" am Schluss.

Und auch "It must have been love - but it's over now" kam da zu meinem grossen Verdruss immer wieder. Ich habe dagegen gekämpft. Wirklich.
Aber spätestens als Nemo in mir drin sein "I ha Bock uf vieles aber nid uf di" rappte, da wusste ich, dass es kein Entrinnen gab. Ich musste mich meinen Gefühlen stellen.
So ein Scheiss aber auch.

Also kam es, dass ich eines schönen Tages meinen ganzen Mut zusammen nahm und mich meinem Mann anvertraut hab.

Schmerzhaft.
Sehr.
Und auch:
Vertraut.
Liebevoll.
Emotional.
Aufrichtig.
Respektvoll.

Seit diesem Scheiss-Dienstag-Morgen, an dem wir uns zum vielleicht letzten Mal geküsst haben, seit diesem Morgen gibt sich hier eine ganze Ansammlung von Schmusesängern die Klinke in die Hand.
Angefangen hat es mit "I can't stop loving you", dann kam "I can't live, living not without you", dicht gefolgt von "With our without you". Mensch - wie viele Musiker sind denn schon durch solche Zeiten geseucht?
Kurze Zeit später gaben sich auch noch die Beatles die Ehre mit "Always on my mind - oooh, I need your love babe". Immer wieder in der Endlos-Schlaufe: "Always on my mind" - Seit Tagen!
MannMannMann - wie geht das weiter?

Ich weiss es nicht. Mein Mann auch nicht.

Heute tönt in meinem Kopf "j'aime, j'aime à nouveau".

Was kommt morgen?
Da gibt's doch was mit "everybody needs to get a second chance" - gibt's die auch in diesem Fall?

Wir werden sehen.