Heute bin ich aufgestanden und habe gemerkt, dass ich absolut keine Lust hatte, meine Brille anzuziehen. Zu hart, zu krass, zu schwarz, zu gross - voll die Riesenkacke.
Ohne Brille gehts aber auch nicht. Also bin ich stark bebrillt zur Arbeit gefahren.
Und hab mir einen Termin geben lassen in einer Augenklinik. Für eine Erst-Abklärung, ob meine Augen sich eignen zum Lasern.
Ha!
Ich hab mich schon gesehen, wie ich morgens aufwache und alles sehe. Was für ein schönes Gefühl.
Wäre es möglich gewesen, ich hätte den OP-Termin gleich für heute Abend gebucht.
Nebenbei: Es war nicht möglich.
Die nette Dame in der Klinik hat säuberlich meine Augen vermessen, Bilder ausgewertet, meine Brille vermessen, noch mal Bilder auf vielen Bildschirmen angeguckt. Dann hat sie mich gefragt, ob ich schwanger werden will.
Hmm, der Zusammenhang erschloss sich mir nicht. Auf meine Frage hin erhielt ich die Erklärung, dass sich in der Schwangerschaft die Hornhaut aufweicht und es darum wichtig ist, dass sie noch genügend Haut stehen lassen, damit ich im Falle einer Schwangerschaft nicht blind werde.
Okeee - hmmm.
Ich plane grad keine Schwangerschaft. Schon gar nicht in der aktuellen Situation, in der ich irgendwie zwischen Stuhl und Bank hänge, besser gesagt zwischen Herz und Hirn. Oder zwischen Schweiz und Deutschland. Aber das ist eine andere Geschichte.
Aber auch ohne geplante Schwangerschaft finde ich die Idee nicht so schön, in der Vorfreude auf ein allfälliges Baby zu erblinden. Irgendwie schon ganz schön doof, oder?!
Nun also. Das Frölein studiert die Bilder. Runzelt die Stirn. Dann holt sie den Chirurgen. Der schaut sich auch meine Bilder an. Runzelt die Stirn, kneift die Augen zusammen. Schaut nach links, schaut nach rechts, scrollt wie verrückt auf dem Bildschirm.
Ich verstehe nix.
Ein bitzli bin ich auch beunruhigt. Was ist denn mit meinen Augen los?
Dann kommt die Auflösung.
Also: Der Chirurg gibt zu bedenken, dass meine Augen asymetrisch kaputt sind. So zumindest hab ich es gehört. Eine nach unten gewölbte Hornhautverkrümmung. Überall ein bisschen was kaputt.
Und: Man sähe meinen Augen an, dass sie nicht erst frisch geboren seien. Da sähe man schon, dass diese Augen schon einiges zu tun hatten. Da sei zwar nichts Schlimmes dabei, eine OP sei machbar, jedoch sei es auch nicht grad eine Standardsituation. Und jede OP sei halt auch ein Risiko.
Plus: Der Herr - notabene in meinem Alter, wie er dreimal ausdrücklich erwähnt - gibt zu bedenken, dass ich mir schon überlegen solle, warum ich in meinem Altern noch eine solche OP machen wolle...
Hoppla!
In meinem Alter?!
Nun, wenn ich sachlich darüber nachdenke, hat er recht. Er gibt nämlich zu bedenken, dass es bis zur Weitsichtigkeit, also bis zur Lesebrille, vielleicht nicht mehr so lange dauere. Und dann brauche ich wieder eine Brille.
Eine genauere Untersuchung könnte mehr zeigen.
Ich hab erst mal genug zum Denken. Untersuchen mag ich grad nichts mehr.
Und ich bin ziemlich sicher:
Eine neue Brille und wirklich gute Kontaktlinsen sind auch eine schöne Option.
Unters Messer werde ich mich (in meinem Alter...!) nicht legen.