Freitag, 12. Februar 2021

Stark (dank Erinnerungen)

Uiuiui, das ging ja grad noch mal gut...! Vorgestern bin ich aus der Schweiz nach Deutschland gereist. Ja genau, vorgestern. Der Tag des Schneefalles und der tiefen Temperaturen.
Menschmeier, das hab ich echt nicht so gut eingeschätzt. Ich wollte nicht wahrhaben, dass das wirklich unangenehm werden könnte.
Wurde es aber!
In der Schweiz war alles easy, rund eine Stunde nach der Grenze auch noch.
Und dann hat's angefangen.
Erst war ich mir nicht sicher, was das ist. Mein Auto hat sich angefühlt, als würde es ständig von kleinen Boden-Wirbelstürmen durchgerüttelt werden. Ich habe schon an mir selber gezweifelt. Ist mir schwindelig? Werde ich krank? Habe ich Wahrnehmungsstörungen? Denn die Bäume entlang der Strasse machten keinen Wank. Also kein Wind. Weshalb fühlt sich dann mein Auto an, als würde es die ganze Zeit im Zickzack fahren? Glatt kann es doch auch nicht sein, denn die Autos überholen mich mit gefühlten 150 km/h. Da war ich schon mit nur noch 80 km/h unterwegs. Zum Glück auch viele Autos vor mir. Irgendwann wurden die Autos dann langsamer und beim Abbremsen hab ich gemerkt, dass es doch ganz ordentlich glatt ist auf der Strasse... Also, so wirklich glatt und so.
Menschmenschmensch.
Und das rund 100 Kilometer vor dem Ziel. Also nicht nur noch ein Stückli und dann ab in die Badewanne. Neneee, da brauchte es noch ganz viel Energie, um heil nach Hause zu kommen.
Jetzt bloss nicht die Nerven verlieren. Einige Male war ich kurz davor. Und ich hab's geschafft, ohne Zusammenbruch daheim anzukommen. Mit viel gutem Zureden, mich selber beruhigen, Atemübungen, meiner besten hypnotischen Stimme und der Erkenntnis, dass es nur diesen einen Weg gibt. Anhalten und Pause machen war keine Option. Es wäre nur kälter und schlimmer geworden.

Das gute daran: Ich habe wieder mal gesehen, wo meine Stärken liegen, was mich vertrauensvoll und achtsam unterwegs sein lässt, dass ich in herausfordernden Situationen ruhig bleiben kann und erkenne, dass es jetzt einfach eine grosse Anstrengung braucht, um heil nach Hause zu kommen. Das Wissen, dass ich schon mal auf einen Viertausender gestiegen bin und einen für mich schwierigen Klettersteig begehen konnte, hat mir geholfen, cool zu bleiben. Ich kann mehr, als ich manchmal denke. Danke S. an dieser Stelle für's Ermuntern, immer wieder neue und herausfordernde Situationen zu erleben. Und erst noch mit dir! Das hat Wirkung.
Und danke mein liebster T. für's in die Arme nehmen und mich auffangen.