Montag, 4. August 2025

Der Tod in einem anderen Leben

Und dann ist da plötzlich der Tod.
Weit entfernt.
Eine Frau, die ich nicht kannte.
Sie kam in einigen Geschichten vor, die ich ab und an zu hören bekam.
Sie kam in Gesprächen vor, bei denen es um vergangene Freundschaften ging. Um den Wandel im Leben. Um Lebenswandel. Ein ungesunder Mann, eine kranke Frau. Kinder? Ich weiss es nicht.
Was ich weiss: Wir leben nicht ewig. Ich lebe nicht ewig. Irgendwann ist es einfach zu spät. Irgendwann ist zu spät.
Ich fühle mit.
Dass kein Abschied stattfinden konnte. Keine letzten Worte, kein "Tut mir leid, dass wir uns verloren hatten".
Nun: Zu spät. Keine Stimme mehr. Keine Stimme davor.
Schweigen allenthalben. Keine Worte. Keine Sprache für das, was innen geschieht.
Ach Baby, es tut mir so leid, dein Schmerz ist mit mir. Überrollt mich wie damals, als auch ich keine Worte hatte. Als ich ein Mädchen war, ein Teenager, eine junge Frau, eine schon ältere Frau.
Habe ich heute die Worte, die mir erzählen, was damals war?
Soviel Schweigen, so viel Aushalten, so viel Einsamkeit, so viel zu viel.
Ich will nicht mehr schweigen.
Ich habe Worte. Manchmal.
Manchmal erstickt von Tränen und manchmal scharf wie Rasierklingen.
Auch wenn da Menschen sind, die sagen, ich solle es einfach vergessen, ablegen, abhaken, was war - ich will nicht. Ich ersticke an der Dunkelheit in mir. Die Schwere lässt mich klein bleiben. Ich will Licht und Leichtigkeit.
Sind Worte der Weg?
Manchmal.