Dienstag, 5. August 2025

Im Hier und Jetzt

Heute.
Ich.
100% Ich. Im Hier und Jetzt.
Aufstehen, Kaffee trinken, dann joggen.
Entlang dem Felsenweg! Wow! Noch nie in meinem Leben bin ich auf einer so spektakulären Strecke gejoggt! Auf dem Hinweg mit Stanserhorn, Buochserhorn und dem Vierwaldstättersee zu meiner Rechten. Dann wie aus dem Nichts erkenne ich Eiger, Mönch, Jungfrau. Und gemeinsam mit ihnen ein tiefes Glück. Ich bin hier, weil ich Berge brauche. Und ich habe Berge! Die schönsten der Welt treffen auf meine Augen und singen mit meiner Seele.
Ich laufe weiter.
Kleine Pause nach einem dunklen Tunnel. Aufstieg zu einem Hügel voller Kuhklauenspuren, Grasbüscheln und Bremsen.
Ausblick ins Glück.
Gemächlich runter und zurück zum Tunnel. Runterjoggen. Atmen. Eins mit mir. Dann zu meiner Linken: Eiger, Mönch, Jungfrau, die beiden Hörner, der Pilatus vor mir. Ich lauf meinem Lieblingsberg entgegen. Kleiner Halt auf dem Felsenweg. Die Aussicht geniessen. Hier kann ich nicht joggen. Die Aussicht ist zu grossartigt.
Dann von First nach Kaltbad. Ankommen.
Noch selten war ein grosses Glas Wasser so lecker wie heute.

Etwas später am Nachmittag will ich einen Kaffee geniessen. Die Hotelterrasse ist voll. Ich gehe weiter. Gleich nach dem Bahnüberegang leuchtet die kleine Crêperie. Ich gehe rein. Keiner da. Eine Sekunde nach diesem Gedanken höre ich "Ciao, was hättest du gerne?". Der Typ, der vorhin noch gemützlich draussen sass, macht mir nun einen Kaffee.
Ich nehme ihn mit (den Kaffee...), setze mich damit in die Sonne und beginne zu schreiben. Und immer wieder zu schauen. Es ist ein guter Platz hier. Die Menschen warten auf die Bahn. Ich schaue ihnen zu. Höre Gesprächen zu.
Nach einem Welichen dann die Idee, doch noch ein Crêpe zu essen.
Ich bestelle, komme ins Gespräch mit dem Crêpier und bleibe hängen.
Heinz heisst er. Marianne seine Frau.
Zwei Stunden plaudere ich mit ihnen, schaue zu, wie die Gäste kommen, Crêpe kaufen und gehen. Es ist ein wundervoller Ort. Ich stehe bei Marianne in der Küche und im Büro gleichzeitig. Es ist ein wundervolles Gefühl.
Ich bin im Hier und Jetzt. Habe Zeit, muss nirgends hin. Kann einfach hier sein und das Gespräch fliessen lassen, wie es fliessen will.
Voller Glück verlasse ich nach zwei Stunden die Küche.
Bis zum nächsten Mal.