25. Januar 2016
Nach elf Stunden in der Luft lande ich um halb elf in der Nacht in La Habana! Wie wunderbar, endlich die Beine wieder richtig zu bewegen. Die Bewegungsmöglichkeit wird leider schon nach kurzer Zeit wieder eingeschränkt. Passkontrolle. Wer in Kuba einreist, realisiert schnell, dass hier ein anderes Arbeitstempo herrscht. Nichts desto trotz passiere ich die Kontrolle recht schnell und werde auf der anderen Seite der Tür bei der Gepäck-Ausgabe ausgespuckt. Etwas weniger schnell als ich wird dann das Gepäck ausgespuckt... eine geschlagene Stunde warten wir Fluggäste auf unser Gepäck. Es dauert so lange, dass ich schon befürchte, dass das ganze Gepäck einfach in Zürich liegen gelassen wurde.
Ich warte auf meinen Koffer und mein Velo, das in einen grossen Karton eingepackt ist. Mein Herz macht einen freudigen Sprung, als ich die unversehrte Schachtel endlich entdecke und auf mein Gepäckwägeli lade. Etwas später („etwas“ im kubanischen Sinne...) kommt dann auch mein Koffer an.
Voll beladen mache ich mich auf zum Ausgang. Dort warten ungefähr einhundert Kubaner, die mir lauthals ihre Taxidienste anbieten. Wie froh bin ich, dass mich jemand abholt. Und noch froher, als ich ihn dann auch endlich entdecke.
Etwas weniger froh bin dann jedoch, als ich realisiere, dass meine Schachtel nie und nimmer in sein Auto passt. Und das, obwohl ich mein „Sperrgut“ mitsamt den Massen frühzeitig angekündigt habe. Seine Antwort: „No hay problema – das passt locker ins Auto“. Naja, ganz so locker dann doch nicht. Aber äbe, Kuba wäre nicht Kuba, wenn es nicht für alles eine Lösung gibt. Also packe ich um Mitternacht vor dem Flughafen mein Velo aus der Kartonschachtel und verstaue sämtliche Einzelteile irgendwie im Auto. Zum Glück hab ich gut auf den Karton aufgepasst. Denn kaum war er leer, wollte ihn auch schon jemand mitnehmen, um es als Unterlage für seine Matratze zu nutzen...