Samstag, 30. Januar 2016

Gelassenheit...

29. Januar 2016

Ich übe mich in Geduld und Gelassenheit. Ich muss schon sagen, das ist nicht so einfach. Immer wieder stolpere ich über die merkwürdigen Gepflogenheiten in diesem Land. Wenn ich zum Beispiel bei Etecsa eine halbe Stunde anstehe (und das ist im Vergleich zu vielen anderen Personen noch kurz!), um eine Internet-Karte zu kaufen und mir die überaus unfreundliche Dame dann mitteilt, dass es keine mehr gebe. Oder wenn ich auf der Immigration freundlich mein Visum ändern will und ich einfach mal blöd angeschnauzt werde. Wo sind denn die ewigs fröhlichen und singenden und tanzenden Kubaner geblieben? Die, die nichts haben und dennoch glücklich sind. Aha, die sind dann wohl doch nur Klischee? So ein Mist aber auch!
Die Unzufriedenheit im Land ist spürbar. Und gleichzeitig bin ich auch überzeugt, dass sich mit dieser Unzufriedenheit nie etwas ändern wird. Wie Kuba jemals eine solche Revolution anzetteln konnte, bleibt mir ein Rätsel. Mir erscheinen viele der Kubaner äusserst resigniert und hoffnungslos. Das äussert sich nicht so, dass sie ständig die Köpfe hängen lassen. Doch das Leben geht einfach nur von Tag zu Tag. Perspektiven habe ich noch bei fast niemandem entdeckt. Und das verstehe ich auch sehr gut. Gleichzeitig möchte ich die manchmal einfach rütteln und schütteln und ihnen sagen, dass sich so wirklich nie etwas ändern wird.
Aber äbe, ich übe mich in Gelassenheit. Das Leben der Kubaner zu ändern, ist hier schliesslich nicht meine Aufgabe.
Ich bin in eher egoistischer Mission unterwegs und auf der Suche nach meinem Glück(smagneten).