Die meisten erwachsenen Menschen haben im Laufe ihres Lebens mal einen Nothelfer-Kurs gemacht. So auch ich. Und ich habe das Glück, dass ich ab und zu einen Refresher machen kann. Schliesslich weiss man nie, wenn plötzlich ein Hotelgast zusammenbricht. Und überhaupt, es ist immer gut, sein Wissen aufzufrischen. So kam ich auch gestern in den Genuss eines Nachmittages mit vielen Infos zum Umgang mit Verbrennungen, Verstauchungen, Blutungen aller Art. Was tu ich bei einem Schlaganfall, wie erkenne ich einen tiefen Blutdruck und so weiter und so fort. Das beste an diesem Nachmittag war aber natürlich der praktische Teil mit Herzmassage, Beatmung und Defibrillator-Einsatz. Nicht an lebenden Menschen natürlich, aber die Gummi-Männer waren auch ganz ok und sahen eigentlich ganz passabel aus. In Viererteams konnten wir versuchen, unseren Kuno wiederzubeleben. Nun, ich glaube, er hatte gute Chancen. Die Massage war durchgängig, die Beatmung fachgerecht (auch, wenn er nach dem Einsatz meiner Kollegin einen knallroten Mund hatte... kussecht war dieser Lippenstift mit Ansage nicht) und auch der Defi war korrekt angesetzt und hat uns tiptop geleitet.
Nicht ganz so gut erging es dem Herrn am Nebenplatz. Er wurde zwar auch massiert, mit der Beatmung happerte es allerdings ein wenig... Madremia, so etwas lustiges habe ich noch nie gesehen! Ich weiss ich weiss, wenn man nicht dabei war, dann kann man sich das vielleicht nicht soo gut vorstellen. Aber macht euch folgendes Bild: Auf dem Boden liegt die Puppe. Drei Frauen knien um den Gummi-Mann herum, eine macht Herzmassage, zwei schauen zu und die vierte macht sich bereit zum Beatmen. Sie hat sich entschieden, die Pocket-Mask zu verwenden. Das ist ein solches Ding:
So. Die Idee dieser Maske ist, dass man sie dem Patienten über Mund und Nase legen kann und ich dann durch das Ventil die Luft in seine Atemwege blasen kann. Ziemlich logisch, oder?
Was hab ich darum gestaunt, als ich meine Kollegin T. sah... Sie hat sich die Maske übergezogen (ja genau, ein Vergleich mit einer Gasmaske ist nicht übertrieben). Bis dahin war ich noch sicher, sie macht einen Witz. Oder will einfach mal schauen, was das für ein Gefühl ist, so eine Maske über Mund und Nase zu haben. Aber, Damen und Herren, weit gefehlt! Meine Kollegin T. setzte an, den Patienten zu beatmen... sie mit der Maske im Gesicht. Das Ventil wurde für sie zum praktischen Stöpsel, den man dem Patienten in den Mund stopfen kann... Und dann schön gut beatmen... Ob es etwas nützt ist hier die zweite Frage. Und ob jemand weiterhelfen kann, ebenso. Denn wer so was sieht, der lacht sich erst mal krumm, bevor er reagieren kann!
