Dienstag, 27. Juni 2017

Zuckersturz?

Mannmannmann! Es gibt Tage, da bin ich fast sicher, dass sich die Welt gegen mich verschworen hat...! Oder zumindest ein paar Menschen um mich herum. Oder einfach die Menschen, die mir Essen geben sollten.
Heute zum Beispiel: An meinem Arbeitsort gibt's um 12 Uhr Mittagessen. Wer bis 12.05 seinen Teller nicht gefüllt hat, hat Pech gehabt... Jedenfalls heute. Denn als ich um 12.15 Uhr in die Küche komme (früher gings nicht - kann ja schlecht den Gästen an der Rezeption sagen, dass sie jetzt eine halbe Stunde warten müssen, weil ich essen gehe...), na also jedenfalls, da komme ich um 12.15 Uhr in die Küche und vor mir stehen leere Töpfe und leere Bleche. Das heisst, nicht ganz leer. Denn ein paar traurige, verkochte Reste finde ich schon noch. Nur gut, dass ich heute ein griechiches Joghurt dabei habe. Wie wir alle wissen, ist das immerhin kalorienmässig ein vollwertiges Mittagessen...
So, das zu meinem Mittagessen (fairheitshalber muss ich sagen, dass ich auch noch ein Stückli Käse, ein bisschen Salat und sogar noch einen kleinen Schnitz Wassermelone ergattern konnte).
Am Feierabend hab ich dann doch etwas Hunger - ja, so ein Joghurt ist ja gut und recht. Aber äbe... also jedenfalls hab ich Hunger. Und wenn ich Hunger habe, werde ich "uliidig". Ziemlich übel sogar! Das weiss auch T. aus I., aber das ist eine andere Geschichte. Damit ich die Zugfahrt im voraussichtlich vollen Zug nach Luzern gut überstehe (und vor allem meine Mitreisenden), beschliesse ich, am Bahnhof noch etwas zu essen zu kaufen.
So, ist ja nicht so schwierig. Schliesslich ist das Angebot gross. Ab ins Avec. Dort entscheide ich mich für ein Rivella, denn Durst hab ich auch. Das Essensangebot ist wie immer einfach nicht so gluschtig, also stehe ich nur mit meinem Rivella an. Und wie immer ist die Schlange vor der Kasse laaang. Das scheint dort einfach ins Konzept zu gehören. Ich bin ungeduldig. Anstehen geht jetzt grad ganz und gar nicht. Also stelle ich mein Rivella zurück und stampfe genervt aus dem Laden heraus. Kaufe ich halt was beim Good Food Stand (oder wie der heisst - jedenfalls gibt es da sauteure Sandwiches und Salate und Joghurts). Ich habe Lust auf ein Joghurt (jaja, meine Laktoseintoleranz wurde dank intensivem Joghurt- und Quarkkonsum geheilt - so geht das!). So, also. Will ich ein Joghurt kaufen. Es gibt zwei im Angebot. Eines ist ein Müesli mit Beeren und so, das andere ist ein Naturejoghurt mit Honig, Nüssen und Heidelbeeren. Es sieht gluschtig aus und ich will es. Unbedingt sogar! Die Dame guckt im Kühlschrank nach. Es hat keines mehr. Sie empfiehlt mir das Müesli. Das will ich aber nicht. Ich will das andere!
Ich: "Kann ich denn nicht das haben, das da steht?" Ich sehe es ja. Direkt vor meiner Nase steht es doch.
Die Dame: "Das ist ein Ausstellungs-Stück".
Ich: "Ist es gekühlt?".
Sie: "Es ist ein Ausstellungsstück. Das verkaufen wir nicht."
Ich: "Dann will ich nichts."
Und wieder ein genervtes Davonstampfen. Was nützt denn überhaupt ein Ausstellungsstück, wenn es dann das Nicht-Ausstellungsstück dazu nicht gibt? Und überhaupt: Ausstellungsstück. Kann ein Jogurt ein Ausstellungsstück sein? Das sind doch sonst Möbel und so. So was doofes aber auch.
Kurz werfe ich einen schrägen Seitenblick auf den Brezelkönig. Aber ich will keine Brezel! Nein nein nein! Ich will ein Joghurt!
Also halt einfach so in den Zug, in der Hoffnung, dass ich die Menschen um mich herum auch so aushalte.
Immerhin: In meiner Tasche finde ich ein Stück Schwarzbrot. Das ist doch auch schon mal was. und das Baby vis-à-vis von mir, das seine Reiswaffel mit mir teilen möchte, lässt mich meine schlechte Laune doch glatt vergessen.
So geht das!