Mittwoch, 14. Juni 2017

Yoga auf dem Klo

Ich war ja mal in Cuba... Ziemlich lange sogar. Das war schön. Ziemlich schön sogar. Was ich da nicht alles erlebt habe...! Oooo, ich wäre gerne mal wieder in einem Camion unterwegs von San Cristobal nach Havana. Oder im Pferdewagen ins Zentrum. Oder zu Fuss am Malécon! Aber darum geht es ja jetzt gar nicht. Sondern darum, dass man - also frau - in so langer Zeit auch mal ein paar neue Kleider kaufen möchte. Dem bin auch ich nicht entkommen. Und so kommt's, dass ich ein paar nette Gwändli im Schrank habe, die mich an diese wunderbaren, mitunter anstrengenden Monate im Coco-(bye the way: wie gerne hätte ich ein Coco-Eis aus der Heladeria in der Vibora)Land erinnern. Eines dieser Gwändli ist ein Overall. Also, Jumpsuit heisst das ja seit neuestem. Tönt irgendwie schöner, oder?
So, diesen Jumpsuit hatte ich neulich an. Er besteht - das liegt in der Natur der Sache - aus einem Stück. Und er hat einen Reissverschluss, mit dem man das Teil schliesst. Der Reissverschluss ist am Rücken. Er geht vom Kreuz bis zum Nacken. Alles klar?
So, da hab ich also das Teil zum Arbeiten an. Und bei der Arbeit trinke ich Wasser. Und Kaffee. Mindestens zwei pro Vormittag. Und es ist warm an diesem Tag, also trinke ich ein bisschen mehr Wasser als sonst. Das stellt sich als nur bedingt intelligente Idee heraus... Denn: Wer viel Wasser trinkt, der muss es auch schnell wieder los werden. So auch ich. Vorallem ich. Blöd nur, dass ich alleine im Frühdienst bin. Da kann ich nicht lange von der Rezeption wegbleiben. Nun, im Normalfall ist das kein Problem. Ich bin sozusagen eine Schnellpinklerin. Im Normalfall notabene... Denn, mit diesem Reissverschluss-Cabaret dauert es etwas länger. Es ist nämlich echt nicht ganz so leicht, sich einen Reissverschluss vom Nacken bis zum Kreuz ohne grosse Mühe aufzumachen. Immerhin für mich. Vielleicht geht es euch nicht so. Aber für mich ist jeder Klo-Gang an diesem Tag auch eine kleine Yoga-Uebung. Meine Arme sind danach ganz bestimmt viiiiel beweglicher. Und natürlich entwickle ich auch eine Technik, mit der es mir gelingt, innert nützlicher Zeit das Teil zu öffnen und meiner Natur freien Lauf zu lassen. Und das, ohne einen Gast zu bitten, mir doch bitte kurz den Reissverschluss zu öffnen...!
Trotzdem. Wenn ich das Teil noch mal zum Arbeiten anziehe - und das werde ich - dann trinke ich nix! Oder ömu viel weniger.
Und heute hab ich ein Röckli an.
So geht das!