Montag, 15. Februar 2016

Kubanische Kindererziehung

Dienstag, 9. Februar 2016

Im Haus neben mir wohnen drei Generationen. Da sind Mama Berkis (oder so ähnlich) und Papa mit ihrem Sohn und dessen Grosseltern. Der Sohn ist etwas über zwanzig Jahre alt, Mama und Papa wohl knapp fünfzig. Ebenfalls zum Haushalt gehören ein Pferd, einige Hühner, Enten, eine Katze und zwei fast immer kläffende Hunde. Und dann kommt täglich Berkis' Bruder zu Besuch und liefert seinen Sohn ab. Das ist ein kleiner Hosenscheisser (pardon), der sich offensichtlich noch nicht zu benehmen weiss. Jedenfalls höre ich Berkis ständig schreien, dass er dies oder jenes nicht anfassen darf. Manchmal bin ich nicht ganz sicher, ob sie mit dem Hund oder mit dem Grosskind schimpft. Es tönt jedenfalls furchteinflössend und meist sind danach alle zusammen ruhig. Auch der ewig kläffende Hund. Das ist der einzige Vorteil, den ich an diesem Geschrei erkennen kann.

Berkis ist bei weitem nicht die einzige Mama, die ihren Kindern oder Grosskindern mit deutlichen Worten zu verstehen gibt, was läuft und was nicht. Aus vielen Häusern tönt es „Das fässt man nicht an, das darfst du nicht, das macht man nicht, hör auf damit, etc.“. Und wenn es dann den Eltern zu bunt wird, setzen sie das Kind einfach vor den Fernseher und lassen es einen Zeichentrickfilm gucken.
Dann ist Ruhe.
Ob das der gesunden Entwicklung des Kindes dient? Und ist das vielleicht auch die Erklärung, warum so viele Kubaner wie gebannt vor dem Fernseher sitzen und die dümmsten Novelas mit den schlechtesten Schauspielern gucken?

Gelernt ist eben gelernt.