Freitag, 19. Februar 2016

Kubanische Servicequalität

Donnerstag, 18. Februar 2016

Heute mache ich einen kleinen Ausflug. Ich beherzige die Regel 1 auf dem Notizzettel meines Arztes: „Reposo“. Also nur rasch mit dem Velo ins Dorf. Ich will zur Bank und dort Marken kaufen. Die brauche ich, um mein Visum zu verlängern. Denn mittlerweilen bin ich schon fast einen Monat hier...!
Mein Velo parke ich in der kubanischen Ausgabe der „Velostation“. Im Hinterhof einer Bäckerei bewacht ein Mann für 2 Peso Cubano mein Velo. Jedoch nicht, ohne mich vorher darüber zu informieren, dass er mich schon drei Mal gesehen habe... Aha, nice. Sein Kollege zeigt mir voller Stolz seine Schweizer Uhr und erzählt mir etwas, das mich nun wirklich nicht so sehr interessiert. Jänu.
Als ich kurz darauf vor der Bank stehe – es ist 15.15 Uhr – kommt mir in den Sinn, dass die meisten Banken bereits um 15.00 Uhr schliessen. So leider auch diese hier. Super!
Einmal mehr: Jänu.
Dann kaufe ich die Marken halt morgen. Die „Mañana-Strategie“ beherrsche ich an manchen Tagen erschreckend gut.
Wenigstens Geld wechseln will ich jedoch heute. Die Cadeca (Wechselstube) hat bis 16.00 Uhr geöffnet. Mit einem freundlichen Lächeln betrete ich die kleine Bank. Der Sicherheitsbeamte schickt mich zum ersten Schalter. Dort hängt ein grosses Schild mit einem Handy-Verbot. Hinter der Glasscheibe sitzt die Dame am Handy und töggelet darauf herum. Ich begrüsse sie freundlich. Sie mich auch. Dann töggelet sie weiter.
Oke...
Als ich nichts sage und einfach nur so dastehe, kommt ihr glaub in den Sinn, dass ich ja vielleicht etwas wollen könnte. Tatsächlich will ich 10 CUC in Moneda Nacional wechseln. Das ist mal einfach. Etwas schwieriger wird es dann, als ich Schweizer Franken in CUC wechseln will. Nachdem sie ihr SMS fertig geschrieben hat, töggelet sie meinen Namen aus meinem Pass ab. Aus meinem schönen roten Schweizer Pass, auf dem vorne drauf in fünf Sprachen „Schweizer Pass“ steht. Und auf der Seite mit meinen Personalien steht „Schweiz“ in fünf Sprachen.
Gut, zugegeben, in Spanisch steht es da nicht. Aber ich bin dann doch etwas perplex, als mich die Dame hinter der Glasscheibe fragt: „Suecia?“ Schwedin? Mannomann! Nei-hein! Mit einem kurzen Hochheben meines roten Schweizer Passes und beider Augenbrauen sage ich: Nein, SUIZA.
Aber äbe, ich will aus Mücken keine Elefanten machen. Darum bedanke ich mich nett für das getauschte Geld und die Steilvorlage für einen Blogeintrag.
So geht das!