Mittwoch, 17. Februar 2016
Nachdem mein Mückenstich nun seit einer guten Woche immer gleich übel aussieht und entsprechend schmerzt, mache ich mir langsam Sorgen. Das Beispiel eines Bekannten kommt mir in den Sinn. Seine nach einem Velo-Unfall falsch behandelte Wunde entzündete sich und liess ihn wochenlang im Spital liegen. Auf das hab ich dann doch keine Lust.
Also beschliesse ich heute, doch mal einen Arzt aufzusuchen. Das Spital ist zum Glück ganz nah von meinem Haus.
Etwas verunsichert betrete ich das Gebäude durch einen Nebeneingang. Zum Glück finde ich rasch eine Empfangsdame. Ich schildere mein Problem.
Ihre Antwort: „Wie heisst du?“ Dann trägt sie mich fein säuberlich in ihr Buch ein. Name, Vorname, Geburtsdatum und Alter (rechnen mag sie offenbar nicht so gern).
So. Erste Hürde geschafft.
Dann schickt sie mich zu einer Tür, wo mich kurz darauf ein Arzt empfängt. Ich schildere ihm mein Problem. Er schaut es sich kurz an und kritzelt dann etwas auf einen Zettel. Offenbar merkt er, dass ich daraus nicht ganz schlau werde. Also erklärt er mir alles ganz gut und fragt nach jedem Satz: „Hast du verstanden?“. Nun, so weit so gut. Dann gibt er mir drei (!) Rezepte mit auf den Weg. Eines gegen die Schmerzen (die also wirklich nicht so stark sind, dass ich tatsächlich ein Medikament dagegen bräuchte), ein Antibiotikum und noch etwas anderes gegen Entzündungen... Das nenn ich mal „Glauben in die Medizin“.
Auf den Rezepten heisse ich dann übrigens Martín (auch nicht übel). Den Nachnamen hat der Arzt nach zweimaligem Fragen dann einfach weggelassen. Mit einem weiteren Zettel schickt er mich an einen anderen Ort. Draussen auf dem Gang frage ich nach dem Weg. Leider können die ersten beiden Personen das Gekritzel auch nicht so recht entziffern. Die dritte Person hilft mir weiter. Jedenfalls hab ich nun mal die Richtung. Zum Glück ist das Spital nicht gross. Dafür umso unheimlicher. Mit den gekachelten Wänden und den schmalen Gängen kommt es mir vor wie das Irrenhaus aus einem Film, in dem Menschenversuche durchgeführt werden. Nun ja, einfach nicht zu viel denken...
Endlich finde ich die richtige Tür und jetzt kapiere ich auch, was ich hier soll: Mein Fuss, respektive die Wunde am Fussgelenk soll richtig gereinigt und verbunden werden.
Aha.
Zuerst kommt Wasser. Glaube ich jedenfalls. Dann Jod. Dann eine gelbe Paste. Ich frage neugierig, was das sei. Die Krankenschwester schaut mich erschrocken an und meint: „Bist du allergisch?!“ Äh, nein, ich glaube nicht. Aber irgendwie wäre es aus meiner Sicht logischer, VOR der Behandlung nach Allergien zu fragen.
Anyway.
Vollbepackt mit Medikamenten, Jod und Gaze mache ich mich auf den Nachhauseweg. Mein Fussgelenk ist dick umwickelt und natürlich starrt jeder die Ausländerin an, die mit dem Verband nach Hause spaziert.
Aber egal, ich bin froh, dass sich das ein Arzt angeschaut hat. Am Freitag gehe ich wieder hin. Ich freue mich schon fast auf diesen „Ausflug“ ins Krankenhaus.
Es fühlt sich irgendwie angenehm gruselig an.