Mittwoch, 23. März 2016

Ein Ausflug in die „Berge“

Samstag, 12. März 2016

Seit ewigen Zeiten werde ich heute vom Wecker geweckt! Ich mache einen Ausflug mit Y. und D, seiner kleinen Cousine. Ja genau, die Cousine, die mit einem Boot in die USA will.
Ihre Mutter ist zur Zeit bei ihrem Ehemann in den Bergen. Irgendwo im Nirgendwo, sozusagen. Die Reise dorthin ist abenteuerlich. Die zehn Kilometer mit dem Velo sind ein bisschen anstrengend, vor allem für die Konzentration. Denn die geteerte Strasse verlassen wir nach vier Kilometern und holpern den Rest der Strecke über Stock und Stein (und das im wahrsten Sinne des Wortes). Nach zehn Kilometern parken wir unsere Velos bei einem Bauernhof und bitten die Bewohner, bis zum nächsten Tag auf unsere Räder aufzupassen. Ich bin ehrlich gesagt recht froh, dass Y. die Leute kennt und sie als vertrauenswürdig einstuft.
Die weiteren Kilometer legen wir zu Fuss zurück und ich wünsche mir meine guten Wanderschuhe an die Füsse. Die Strecke erinnert mich zu Teilen an die SAC-Ferien im Maderanertal, ausser dass es hier zum Glück nicht regnet und der Weg nicht unendlich ist (Hello my precious friend T.)

Die Überraschung bei unserer Ankunft ist gelungen. Die Mama von D. weiss von nichts, freut sich jedoch sehr. Ich freue mich auch, denn die Umgebung ist zauberhaft! Es ist ein Paradies im Nichts, sozusagen. Hier wächst Zuckerrohr (das wir am Nachmittag frisch vom Feld essen), Ananas, Kohl, Süsskartoffeln, Kaffee, Mandarinen, Kokosnüssen, Chirimollas und noch so einige andere Früchte, die ich nicht kenne. Hühner und Schafe spazieren frei herum, ein freches Huhn macht es sich im Haus gemütlich, den Schweinen im Stall scheint es Sauwohl zu sein und auch ich fühle mich prima.
Nach dem Mittagessen machen wir uns auf zum Fluss, um ein bisschen zu schwimmen. Wobei schwimmen einen mittlere Übertreibung ist. Das Wasser ist kniehoch und reicht gerade, um sich ein bisschen nass zu machen. Nur an wenigen Stellen ist es ein wenig tiefer und lässt drei, vier Schwimmzüge zu. Aber es ist eine schöne Abkühlung an diesem warmen Tag und es ist auch ganz gemütlich, auf einem Stein im Fluss zu sitzen und Rum aus der Flasche zu trinken.
Die Nacht an diesem einsamen Ort ist wunderschön. Ein sternenklarer Himmel erstreckt sich über mich und macht mich ein bisschen wehmütig. Da ich – im Gegensatz zu anderen Anwesenden – nicht ganz so viel Rum getrunken habe, schlafe ich nicht schon früh am Abend, sondern sitze draussen und stelle mir vor, wie schön es wäre, hier mit meinen Freunden zu sein. Es ist der perfekte Ort, um ein prächtiges Wochenende zu verbringen. Mit Gitarre am Feuer, Fleisch über dem Feuer und mindestens zwei Personen, die kräftig im Feuer herumstochern...
Eine wunderbare Vorstellung!