Sonntag, 13. März 2016
Nach einer überraschend bequemen Übernachtung auf der durchgelegenen Matratze, erwache ich mit frischen Geistern. Der Kaffee, der mir ans Bett serviert wird, versüsst den Tagesbeginn. Das ist schon mal nicht schlecht.
Nach dem Frühstück machen wir uns zu dritt auf, einige Kokosnüsse zu knacken. Das Kokoswasser ist herrlich erfrischend. Während D. zurück zum Haus geht, bleiben Y. und ich noch ein wenig am Fluss und essen Kokosnuss.
Nach dem Mittagessen packen wir unsere sieben Sachen. Dabei stellt Y. fest, dass ihm das Geld in seinem Portemonnaie fehlt. Sämtliche acht CUC, die er dabei hat, sind weg. Und das „in the middle of the nowhere“. Y. Ist überzeugt, dass D., also seine Cousine, ihm das Geld geklaut hat. Ich kann das fast nicht glauben. Das gibt's doch nicht. Und kann sie so kaltblütig sein, dass sie ihm auch noch sagt: „Bist du sicher? Schau gut überall nach, vielleicht hast du das Geld an einen anderen Ort gelegt.“
Y. entscheidet sich, D. nicht direkt auf seinen Verdacht anzusprechen. Und ich sage sowieso lieber nichts mehr. Als wir später am Nachmittag nach einem schweisstreibenden Spaziergang in der Nähe unserer Velos ankommen, beschliessen wir, noch mal im Fluss zu baden. Sowieso ist es so heiss, dass die zehn Velo-Kilometer fast unerträglich wären. Also steigen wir zum Fluss hinunter, immer noch in recht getrübter Stimmung. Irgendwie will niemand so richtig reden. Y. ist noch immer überzeugt, dass seine Cousine das Geld geklaut hat. Als D. und ich uns auf die Suche nach einem guten Foto-Sujet machen, nutzt Y. die Gelegenheit und durchsucht D.'s Rucksack. Und was entdeckt er da? Fein säuberlich im Portemonnaie der kleinen Cousine? Seine acht CUC, Irrtum ausgeschlossen. Und so kommt es, dass Y. seine acht CUC wieder „zurück klaut“. Für ihn ist die Sache damit erledigt, darüber sprechen will er nicht. Ich kann es fast nicht glauben.
Den Rest des Tages und der Rückreise verbringen wir, als wäre nichts gewesen. Im Dorf unten angekommen, macht sich D. aus dem Staub und Y. und ich trinken ein Bier.
Und dann noch ein zweites.