Sonntag, 20. März 2016
Heute tu ich etwas, das ich seit vielen Jahren nicht mehr (selber) gemacht hab: Ich färbe meine Haare! An dieser Stelle muss ich vielleicht erwähnen, dass ich nicht „naturally blond“ bin und doch tatsächlich einige graue Haare nachwachsen! Ich nehme meinen Mut zusammen und trage die gestern gekaufte Farbmischung auf. Glücklicherweise hab ich ein Produkt gefunden, das es auch in der Schweiz gibt. Ich bin guten Mutes, dass mir nicht grad alle Haare ausfallen werden.
Nun...
Ausfallen tun sie nicht.
Aber blond sind sie auch nicht...
Und das, obwohl ich die Verkäuferin gebeten habe, mir etwas zu verkaufen, das meiner Farbe ähnlich sieht. Trau nie einer kubanischen Verkäuferin, bin ich versucht zu denken.
Aber es ist auch nicht ganz so schlimm. Ich war es sowieso leid, dass ich immer wieder mit „hola Rubia“ angesprochen, respektive blöd angesprochen, wurde. Nun ist nix mehr mit blond. Eher braun. Aber ich finde es eigentlich eine ganz schöne Veränderung.
Mit meiner neuen Haarpracht mache ich mich auf in die Stadt. Ich will endlich mal mit dem roten Touristenbus herumfahren und bequem alle Sehenswürdigkeiten entdecken. Zwar kenne ich wohl schon das meiste, aber ich erhoffe mir einige Informationen zu den Statuen, Plätzen, Denkmälern, et cetera et cetera.
Nun, die Fahrt ist zwar nicht grad vergebens. Aber wirklich toll ist sie auch nicht. Wir fahren zwei Stunden im Zeugs herum. Das schönste dabei ist der Malecón und dass wir an der Plaza de la Revolución vorbei kommen. Der Rest ist nicht wirklich schön und schon gar nicht spannend. Und was die Dame da in ihr Mikrofon nuschelt, verstehe ich nicht. Auch Y. übrigens nicht, der nicht mal die spanische Variante versteht! Für mich tönt es zu teilen sogar chinesisch. Aber das bilde ich mir wohl nur ein. Oder?
Ich freue mich trotzdem, dass ich diese Tour gemacht habe. Es ist übrigens die letzte des Tages und das um 11 Uhr am Morgen. Die nächste Tour findet dann in drei Tagen statt, wenn der Herr Obama abgereist ist.
Den Rest des Tages widme ich einer eingehenden Qualitäts-Kontrolle der verschiedenen Mojitos, die in ganz Havanna angeboten werden. Y. Hilft nur am Anfang mit, danach wechselt er in die Bier-Abteilung.
Irgendwann beginnt es zu regnen und wir realisieren, dass der Heimweg in die Vibora, wo wir wohnen, wohl nicht ganz so einfach sein wird. Denn bei diesem Wetter steht niemand am Strassenrand und wartet auf ein Sammeltaxi, sondern mietet gleich das ganze Auto. Zudem ist Samstag Abend.
Tatsächlich dauert es über eine Stunde, bis wir nach mehreren Standort-Wechseln einen Fahrer finden, der uns zwei durchnässte und möglicherweise etwas nach Alkohol riechenden Gestalten zu einem anständigen Preis bis vor's Haus fährt.
Wie schön, dass zu Hause tatsächlich noch etwas zu essen auf uns wartet und dass heisses Wasser zum „Eimerduschen“ vorhanden ist. V
Essen – duschen – schlafen.
Havanna – I love you!