Mittwoch, 2. März 2016
Heute werde ich endlich so geweckt, wie ich mir das schon so lange wünsche: Von der Sonne, die in mein Häuschen fällt. Wie herrlich! Ich bin noch der gleiche Glückspilz wie gestern!
Nach einem Frühstück a lo cubano (Hauptsache Brot) und viel Kaffee setze ich mich vor mein Häuschen. Hier ist der perfekte Ort, um meinen Blog in Ruhe und Musse nachzutragen.
Immer wieder werde ich jedoch beim Schreiben unterbrochen. Und nicht etwa von den Hühnern und dem Hahn, die da um mich herum spazieren. Die stören mich überhaupt nicht. Auch nicht die vielen Vögel, die mit ihrem Gezwitscher einen fast kitschigen Geräuschteppich hinlegen.
Nein, es sind die Mückenstiche, die ich als Andenken von La Bajada mitgenommen habe. Es sind an die Hundert! Und das ist nicht übertrieben, ich habe sie gezählt! Mein Fenistil-Gel ist schon fast aufgebraucht und es bleiben mir noch viele Wochen in Kuba! Es ist zum Wahnsinnig werden! Ich erinnere mich an den alten Rat einer Freundin, mich nicht zu kratzen, da so die Durchblutung gefördert werde und die Stiche noch mehr beissen. Aber es fällt mir schwer!
Immerhin: Schreiben hilft und lenkt mich ab vom unheimlich starken Drang, mich zu kratzen!
Anyway.
Nachdem ich den grössten Teil des Vormittages mit Schreiben vor meinem Häuschen verbracht habe, bin ich nun am Nachmittag in der Bar am See. Der Bartender hat mir sämtliche alkoholfreien Getränke aufgezählt, die er im Angebot hat und ich hab ein Bier bestellt (und innerlich gegrinst). Ich stosse mit mir selber an, geniesse den aufkommenden Wind, der die Mücken vertreibt, versinke in der Welt der Buchstaben und bin einfach zufrieden mit mir und der Welt. Aus dem Lautsprecher tönt „Bailando“, andere Gäste haben sich in die Bar gesetzt, es hat angefangen zu regnen, unter mir plätschert das Wasser. Und im Gleichklang mit dem Wasser plätschern meine Gedanken dahin.
Es scheint nicht nur so, es IST das Paradies auf Erden!