Mittwoch, 23. März 2016

Unterwegs in Havanna

Freitag, 18. März 2016

Ein Besuch in Habana Vieja ohne einen Kaffee im Escorial geht gar nicht. Auch wenn der Service dort grottenschlecht ist, der Kaffee macht es wett! So auch heute. Es ist unser erstes Ziel.
Ungewöhnlich schnell erhalten wir die Karte und können den Kaffee bestellen. Gewohnt lange dauert es dann, bis der Kaffee kommt. Zum Glück läuft an diesem Platz immer etwas. So fällt die lange Wartezeit gar nicht auf, denn es gibt genügend zu beobachten.
Dann endlich kommt der Kaffee und mein Gaumen wird auch dieses Mal nicht enttäuscht! Dieser Kaffee ist einfach ein Hochgenuss!
Bevor wir weiterziehen, geh ich noch aufs Häuschen, wie es so schön heisst. Vor den meisten Klos Kubas sitzt eine „Klofrau“. Man zahlt etwas und darf dafür auf ein einigermassen sauberes WC. Meist gibt's auch noch WC-Papier dazu. So auch hier. Ich lege meine drei Peso Cubano hin, die schön arrangierten 1-CUC-Münzen lassen mich kalt. Als ich aus dem WC komme, zitiert mich die Klofrau zurück und sagt, dass es hier 1 CUC kostet. Das hingegen ist mir neu und so entgegne ich ihr mit einem Lächeln: „Aber ich bezahle hier immer 3 Peso“. Worauf sie mich anstarrt, sich die Hand an die Stirn schlägt und meint „Ah ja genau, ich erinnere mich!“ Wohlverstanden – ich habe die Dame noch nie gesehen.

Nach dem Kaffee wollen wir uns das Modell Havannas anschauen. Das ist eine Art Museum, in dem ein grosses Modell von Havanna steht. Die Tür ist offen. Jemand putzt die Fenster. Im Innern stehen zwei Frauen herum und blättern in Büchern. Uns beachten sie nicht gross. Erst als ich frage, ob die Damen denn hier arbeiten, kommt die Antwort, dass heute geschlossen sei.
Aha. Nice.
Vielleicht werden sie am Nachmittag öffnen, vielleicht morgen (kubanisch für: Wir machen nicht mehr auf). Grund für die Schliessung: Alles wird für Obama schön gemacht.
Nun, wenn schon ein Amerikaner ins Land kommt, wollen wir auch amerikanisch essen und uns endlich den lange ersehnten Hamburger gönnen. Ich habe während meines letzten Aufenthaltes ein Restaurant entdeckt, das wirklich äusserst gute Hamburger macht. Seit mehr als einem Monat blange ich auf diesen Hamburger.
Im Restaurant angekommen, setzen wir uns und bestellen voller Freude beide einen Hamburger. Die Antwort der Bedienung „Hambourgesa – no hay“. Es gibt heute keine Hamburger mehr! Was für eine Enttäuschung!
Aber egal.
Der Alternativ-Hamburger, den wir in einem anderen Restaurant essen, ist eine weitere Enttäuschung.
Aber egal.
Ich bin in Havanna und glücklich!
Am späteren Nachmittag machen wir sogar eine Spritztour in einem antiken Schlitten!
Es ist fantastisch!