Sonntag, 10. April 2016

7. Etappe von Ciego de Avila nach Caibarién (153 Kilometer)

Mittwoch, 6. April 2016

Für heute habe ich mir eine lange Strecke vorgenommen. Laut Karte sind es rund 140 Kilometer, soweit ich das nachrechnen kann. Also mache ich mich früh auf den Weg.
Nach einigen Erfahrungen im unfreiwillig Umwege fahren, frage ich heute lieber zweimal mehr nach, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin. Man weiss ja nie... Ein Umweg von ein paar Kilometern wäre heute wahrscheinlich zuviel des Guten. Noch bevor ich aus Ciego de Avila raus bin, hab ich mindestens vier Mal gefragt, ob das der richtige Weg sei.
Dann endlich bin auf der Carretera nach Falla. Und nebst mir sind da nur noch wenig andere. Endlich wieder mal ein Stück, auf dem ich nicht von zahlreichen Bussen und Lastwagen überholt werde. Das geniesse ich sehr. Etwas weniger zum Geniessen ist der Gegenwind. Das ist jetzt doch ein wenig doof. Da ändere ich meine Pläne, um dem Wind ein Schnippchen zu schlagen und immer noch fahre ich mit starkem Gegenwind.
Doch nach 35 Kilometern hab ich die nächste Carretera erreicht und ich kann meine Richtung ändern. Von nun an fahre ich mit Rückenwind – yes!
So ist es schön. Wunderschön, sogar. Ich bin ein Glückskind! Die Strasse ist super, der Wind ist super, die Landschaft ist super – alles ist einfach PERFEKT!! Sogar die Leute auf der Strasse sind super. Ausnahmslos alle sind nett, herzlich, hilfsbereit. Ob es daran liegt, dass ich so viel Liebe zu meinem Leben in mir spüre? Jedenfalls nennt mich heute jeder „mi amor“.

Nach vielen, vielen Kilometern fahre ich in Caibarién ein. Wo bin ich denn hier gelandet? Die Einfahrt ist alles andere als berauschend. Ob es hier wohl tatsächlich ein schönes Haus zum Übernachten gibt? Irgendwie sieht alles ein bisschen schäbig und heruntergekommen aus.
Ich fahre mal eine kleine Tour durch das Zentrum. Das sieht schon besser aus. Doch wirklich eine Idee, wo ich hin soll, hab ich nicht.
Und wieder einmal ertönt „Hasta que se sece el Malecón“ aus einem Radio. Ich nehme es als Zeichen und biege nach rechts ab. Und stehe vor einem wunderschönen Casa Particular. Zwar sind hier alle Zimmer besetzt, doch die liebe Frau hilft mir, ein anderes Haus zu finden. Und auch das ist wunderschön! Ich bin überwältigt. Einen grossen Innenhof mit einem riesigen Mangobaum, Pflanzen, kleinen Tischchen, einer Hollywood-Schaukel – das hätte ich nun wirklich nicht erwartet.
Und in meinem Zimmer steht ein Kühlschrank mit hübsch arrangiertem Inhalt. Das Badetuch ist gross und flauschig und das kleine Handtuch hat sogar die Aufschrift des Hauses. Falls ihr jemals beabsichtigt, nach Caibarién zu fahren: Ich kann es wärmstens empfehlen! Und eine Übernachtung im Casa La Nena ist Erholung pur!