Sonntag, 10. April 2016

Wieder mal in Soroa

Donnerstag, 24. März 2016

Ich wache auf mit dem Vorsatz, einen gemütlichen Tag zu verbringen. Lesen, schreiben, in den Tag hinein leben. Und einmal mehr wird nichts daraus. Einerseits weil ich am Vormittag beim Waschen und Putzen helfe (ich kann es schon viel besser als zu Beginn, yes!) und andererseits, weil mir dann doch langweilig wird. So den ganzen Tag im Haus verbringen, ist halt doch nicht mein Ding.
Und das ist gut so.
Wie so oft, wenn ich nicht so recht weiss, was ich tun könnte, mache ich mich mit meinem Velo auf den Weg. Wie froh bin ich, dass ich es dabei habe. Ich fahre nach Soroa. Es ist einfach ein schönes Ausflugsziel! Der Wasserfall führt so viel Wasser wie noch nie. Und es hat auch so viele Besucher wie noch nie. Hauptsächlich sind es heute Kubaner. Die verbringen die Zeit am Wasserfall ganz anders als Touristen. Sie kaufen Piña Colada, Agua de Coco, baden im piscina natural (wie übersetzt man das?), machen Fotos und geniessen lange, lauthals und äusserst gesprächig den Aufenthalt.
Ganz anders die Touristen. Die kommen am Wasserfall an (nach ca. 200 wirklich steilen Stufen), nicken kurz dem Piña Colada Verkäufer zu und stellen sich dann auf ihren weissen Beinchen vor den Wasserfall, um ein schönes Erinnerungsbild zu machen. Dann schauen sie dem Wasserfall noch ein bisschen zu, wie er von oben nach unten fällt. Wenn es hoch kommt, setzen sie sich hin und stecken die Füsse ins Wasser. Piña Colada kaufen sie nur in äusserst seltenen Fällen. Nach fünfzehn Minuten klettern sie die steilen Treppenstufen dann wieder hoch.
Also, ganz genau und wissenschaftlich hab ich das natürlich nicht untersucht. Es ist einfach der Eindruck, den ich von meinen Besuchen am Wasserfall habe. Vielleicht liegt es daran, dass die Touristen ein anderes Zeitmanagement haben und schon bald weiter müssen? Vielleicht wollen sie sich nicht hinter einem Holzverschlag umziehen? Vielleicht wollen sie einfach nicht ins kalte Wasser steigen? Vielleicht finden sie 3 CUC für eine Piña Colada zu viel?
Vielleicht vielleicht vielleicht – ich finde es jedenfalls schade, dass die hier nicht mehr Zeit verbringen. Denn es ist ein wirklich bezaubernder Ort.

Gemäss Aussagen der Mitarbeiter beim Wasserfall kann es zum Glück aber auch ganz anders sein und es kommt auch schon mal vor, dass Piñas und Cocos reissenden Absatz finden und Nachschub besorgt werden muss.

Immerhin!