Viertel nach zehn am Morgen. An meiner Haustür klingelt's. Hmm. Um diese Zeit? Wer das wohl ist?
Aha, bestimmt der Pöstler, der mir ein Päckli bringt! Wie schön! Ich drücke gespannt auf den Knopf der Gegensprechanlage.
Ich: "Ja?"
Er: "Ja, guten Tag. Also, ich wollte Sie fragen, was Sie denken. Wird es immer schlimmer mit der Welt oder kommt es einmal besser? Und die Antwort darauf steht in der Bibel."
Ich: "Nein danke. Schönen Tag noch."
Am gleichen Tag am Abend um halb acht. In Kürze beginnt die Theatervorstellung, zu der ich heute eingeladen wurde. Ich schaue noch kurz auf mein Telefon und sehe, dass ich einen Anruf von einer unbekannten Nummer verpasst habe.
Pflichtbewusst (und neugierig) wie ich nun mal bin, rufe ich zurück.
Sie: "Dossenbach."
Ich: "Grüezi Frau Grossenbach."
Sie: "Dossenbach".
Ich: "Aha, grüezi Frau Dossenbach. Sie haben mich angerufen?"
Sie: "Ja genau. Ich bin von der SP Luzern. Wir sind daran, die Wähler zu mobilisieren. Waren Sie schon wählen?"
Ich: "Äh, nein noch nicht. Ich war grad ein paar Monate im Ausland."
Sie: "Aha, schön. Aber gehen Sie noch wählen?"
Ich: "Ja, das werde ich wohl."
Sie: "Sehr gut. Werden Sie die SP unterstützen?"
Ich: "Äh, das weiss ich noch nicht. Wahrscheinlich schon."
Sie: "Aha, das ist sehr gut."
Ich: "Adieu Frau Grossenbach."